Regierungsratswahlen
Ex-Kandidatin Saskia Frei zielt gegen Favorit Baschi Dürr

Die ehemalige Regierungsratskandidatin meldet sich vor dem FDP-Parteitag zu Wort. Die Kandidaten müssten klar bürgerlich sein, fordert sie. Diese Kriterien erfüllt in ihren Augen von den vier Kandidaten nur gerade einer: Christophe Haller.

Valentin Kressler
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Saskia Frei

Saskia Frei

Baschi Dürr, Andreas Faller, Christophe Haller oder Helmut Hersberger? Morgen Montagabend ist klar, mit welchen zwei Kandidaten die FDP Basel-Stadt in die Regierungsratswahlen im Oktober steigt. Hinter den Kulissen sind die Kandidaten seit Wochen daran, für den Nominationsparteitag in der «Safran Zunft» möglichst viele Anhänger zu mobilisieren. Als Unterstützer begehrt sind insbesondere ehemalige Politgrössen, die parteiintern ein gutes Standing haben.

Etwa Saskia Frei. Die Anwältin und frühere Grossrätin kandidierte 2006 bei der Ersatzwahl für den Freisinnigen Jörg Schild selbst einmal für die Regierung. Für sie stehe im Vordergrund, dass die FDP einen «klar bürgerlich» ausgerichteten Kandidaten nominiere, sagt Frei gegenüber dem «Sonntag». «Bei der jetzigen Auswahl erfüllt diese Voraussetzung einzig Christophe Haller.»

Grosse Meinungsvielfalt

Die Meinungsvielfalt innerhalb der FDP sei, man möge das bedauern, enorm gross, sagt sie weiter. Für sie gebe es aber Grenzen, die nicht mehr tolerierbar seien. «Ein FDP-Kandidat, der sich klar und an vorderster Front für die Einführung des Ausländerstimmrechts in unserem Kanton eingesetzt hat, ist für mich nicht wählbar.» Frei zielt damit gegen Dürr, vom dem es bis anhin hiess, dass er als Regierungsratskandidat als gesetzt gelte. Neben ihm können sich auch Faller und Haller Hoffnungen auf eine Nomination machen, Hersberger hat allenfalls Aussenseiterchancen.

Als nicht mehr aktiv ins Parteigeschehen eingebundenes einfaches Parteimitglied sei für sie der Erfolg der avisierten Doppelkandidatur der FDP noch nicht ersichtlich, sagt Frei zur Strategie der Parteispitze für die Regierungsratswahlen. Gemäss der Geschäftsleitung sollen zwei FDP-Kandidaten zusammen mit den Bisherigen Christoph Eymann (LDP) und Carlo Conti (CVP) auf einem Viererticket antreten. «Ich befürchte vielmehr, dass sich unsere Kandidaten gegenseitig Stimmen wegnehmen, weil die Wählerschaft wohl kaum einfach die unveränderte Liste von CVP, LDP und FDP in die Urne legen wird», sagt Frei. Ihre abschliessende Meinung dazu werde sie sich erst am Nominationsparteitag bilden, wenn sie sich die Argumente der Geschäftsleitung angehört habe.

Schild ärgert sich

Keine Freude an der Strategie der FDP, die zwar mit CVP und LDP zusammenarbeitet, nicht aber mit GLP und SVP, hat der frühere Sicherheitsdirektor und jetzige Präsident von Swiss Olympic Jörg Schild. «Ich ärgere mich darüber, dass es die bürgerlichen Parteien einmal mehr nicht fertigbringen, am gleichen Strick zu ziehen und hinterher über ein rot-grünes Basel jammern», sagt er gegenüber dem «Sonntag». Zu seinen Favoriten will sich Schild, der der FDP Basel-Stadt 2010 den Rücken gekehrt hatte, aber immer noch Mitglied der FDP Schweiz ist, nicht äussern. «Ich halte mich an meinen Vorsatz, als Ehemaliger die Arbeit derjenigen, die sich heute politisch engagieren, nicht zu kommentieren.»