InterGGA
«Fazit – sehr gutes neues Angebot, mangelhafte Kommunikation»

Der Providerwechsel der InterGGA ist längst ein Politikum. In Dornach wird nach harscher Kritik aus dem Gemeinderat eine «allzu positive» Medienmitteilung zurückgehalten.

Lukas Hausendorf
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Der Firmensitz der InterGGA AG in Reinach.

Der Firmensitz der InterGGA AG in Reinach.

Martin Toengi

«Fazit – sehr gutes neues Angebot, mangelhafte Kommunikation.» Diesen Satz zum Providerwechsel der InterGGA hätte man in der Medienmitteilung der Gemeinde Dornach im amtlichen Anzeiger am kommenden Donnerstag lesen sollen. Für den Gemeinderat blieben an seiner Sitzung vom Montag aber zu viele Fragen offen, um den Text freigeben zu können. Zumal seine Tonalität sehr freundlich zu Gunsten der Reinacher Kabelnetzbetreiberin gehalten gewesen wäre.

«So bleibt nur die mangelhafte Kommunikation als Vorwurf an der InterGGA hängen. Ich finde aber schlicht inakzeptabel, wie der ganze Providerwechsel aufgegleist wurde», sagte Daniel Urech (Freie Wähler) eingangs der Debatte. Er erinnerte an die Sitzung im September, als InterGGA-Geschäftsführer Gregor Schmid dem Gemeinderat Auskunft gab. Damals habe dieser versprochen gehabt, dass die kommunizierten Preise zeitlich nicht begrenzt seien. «Das stimmte schon kurze Zeit später nicht mehr», so Urech.

In der Tat hatte die InterGGA ihren Aktionären mindestens einmal falsche Versprechen gemacht: Im September hiess es nämlich noch, dass sich an den Tarifen für die Abonnenten mit dem Providerwechsel nichts ändern würde. Man kann die Revision dieser Aussagen als missglückte Kommunikation oder aber auch als Irreführung der Aktionäre und nicht zuletzt der Kunden bezeichnen. «Die InterGGA macht mit uns, was sie will», kam Urech zum Schluss.

Seinem freisinnigen Kollegen Alain Amhof erging es ähnlich, als er die Präsentation des InterGGA-Verwaltungsratspräsidenten Karl Schenk von der ausserordentlichen Aktionärsversammlung Ende Oktober durchsah. «Die versprechen uns das blaue vom Himmel und haben ihren ursprünglichen Auftrag aus den Augen verloren.» Auch Roland Stadler (FDP) sparte nicht mit Kritik. Für ihn las sich die Medienmitteilung der Gemeinde «wie eine Kopie des InterGGA-Texts». Tatsächlich war schon früher eine frappante Ähnlichkeit des Wortlauts in den Publikationen verschiedener Aktionärsgemeinden augenfällig.

Dornach erwägt Ausstieg

Für Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler), der zwar nicht den Eindruck seiner kritischen Kollegen teilte, war dennoch klar: Die Medienmitteilung wird zurückgezogen. Im Gemeinderat wird auch immer deutlicher die Forderung nach einem Ausstieg artikuliert. Von verschiedener Seite wird der Wunsch geäussert, Alternativen zu prüfen. «Wir müssen uns mit fachlicher Unterstützung zeigen lassen, was wir ohne die InterGGA machen können. Mein Vertrauen ist im Keller», so Urech. Das müsse man auf jeden Fall machen, sekundierte ihm Stadler. Allerdings ist die Zeit nun einen knappen Monat vor dem Vollzug des Providerwechsels wohl zu knapp. «Das Thema muss aber auf unsere Planung», betonte Stadler.

Am Donnerstag hat die InterGGA eine weitere Informationssitzung anberaumt, an der Vertreter der Aktionärsgemeinden teilnehmen werden. An ihrer negativen Haltung zum Dual-Providing, das vergangene Woche auch von der Gemeinde Arlesheim in einer amtlichen Verlautbarung gefordert wurde, wird sie kaum etwas ändern. Die Gemeinde Dornach will ihre Bevölkerung nun zu einem späteren Zeitpunkt informieren und dann auch Aussagen über die Zukunft machen.