Verkehr
FDP akzeptiert keine sieben Jahre Stau im Schänzli

Die Kantonspartei lanciert Initiative für eine dritte Röhre während der Sanierungszeit. Diese dritte Tunnelröhre solle dann auch nach der Sanierung dem Verkehr zur Verfügung stehen, wie dies etwa beim Baareggtunnel auf der A 2 bei Baden der Fall ist.

Boris Burkhardt
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Das Schänzlitunnel von oben

Das Schänzlitunnel von oben

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Die FDP fordert eine Denkpause für die bevorstehende Sanierung des Schänzlitunnels, die das Bundesamt für Strassen (Astra) auf sieben Jahre veranschlagt hat. Für eine derart lange Zeit will die Wirtschaftspartei keinen Dauerstau akzeptieren im Nadelöhr an der Birs, das laut ihrer Aussage 75 Prozent der Baselbieter im Laufen- und Leimental «vom Rest der Welt» trennt. Deshalb präsentierte sie heute morgen eine Initiative, die vor der Tunnelsanierung die Einrichtung einer «vollwertigen Verkehrs-Kapazitätserhaltungsmassnahme» fordert.

Hinter diesem Wortungetüm versteckt sich nach Vorstellung der FDP eine dritte Tunnelröhre, durch die während der Sanierung der Verkehr ausweichen könnte, wie FDP-Fraktionschef Rolf Richterich erläutert. Diese dritte Tunnelröhre solle dann auch nach der Sanierung dem Verkehr zur Verfügung stehen, wie dies etwa beim Baareggtunnel auf der A 2 bei Baden der Fall ist. Bis diese Röhre gebaut ist, sollen nach dem Willen der FDP nur Sanierungsmassnahmen «ohne dauerhafte Verkehrs-Kapazitätseinschränkungen» im Tunnel durchgeführt werden.

Mitglied im reinen FDP-Komitee sind neben Richterich unter anderem Landrat und Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser, Landrat und Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann, der Biel-Benkemer Landrat Andreas Dürr sowie die Nationalrätin Daniela Schneeberger. Das Prozedere der Initiative sieht vor, dass die Regierung dem Landrat eine Verfassungsänderung beantragt, die wiederum die Regierung verpflichtet, die genannten Forderungen beim Bund durchzusetzen, notfalls mit einer Standesinitiative. Baudirektorin und FDP-Mitglied Sabine Pegoraro, die bei der Vorstellung der Initiative ebenfalls dabei war, gab bereits zu verstehen, dass die Partei mit ihrer Forderung beim Regierungsrat offene Türen einrenne. Die FDP will bereits während des Wahlkampfs beginnen, Unterschriften zu sammeln.