Zoff in der FDP
FDP-Parteipräsident will Aussprache

In der FDP gährt es nach der Harmos-Abstimmung und dem neuerlichen parteiinternen Theater ums Theater. Michael Herrmann versucht nun, die Wogen zu glätten und sucht das Gespräch mit den Unzufriedenen.

Alessandra Paone
Merken
Drucken
Teilen

Einmal mehr ist die Baselbieter FDP gespalten. Bereits bei der Harmos-Abstimmung hat die Haltung einiger Exponenten, darunter Parteipräsident Michael Herrmann und Fraktionspräsident Daniele Ceccarelli, parteiintern für rote Köpfe gesorgt. Das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat aber nun die Debatte ums Theater Basel. Dass einzelne Parteimitglieder zusammen mit Vertretern der SVP im Referendumskomitee gegen die Theatersubventionen kämpfen, geht vielen Theateranhängern in der Partei entschieden zu weit.

Einer davon ist alt FDP-Stände- Hans Fünfschilling. So gehört der Binninger neben anderen illustren Freisinnigen wie etwa alt Ständerat René Rhinow oder Nationalrat Hans Rudolf Gysin der Lobbygruppe «Unser Theater» an. Als ihn die Basellandschaftliche Zeitung wegen eines Interviews anfragt, zögert Fünfschilling jedoch und bittet um Bedenkzeit. Wohl um sich mit der Parteileitung abzusprechen, denn wenig später meldet sich statt des altgedienten Politikers Michael Herrmann.

Dass die Meinungsunterschiede der FDP in Bezug auf die Theatersubventionen in den Medien ausgetragen würden, diene dem Theater nicht, begründet Herrmann seinen Eingriff. «Ich kann und will niemandem einen Maulkorb erteilen.» Dennoch sei es ihm lieber, das Thema würde zuerst parteiintern diskutiert, bevor wieder jemand seine Meinung in den Medien kundtue. Herrmann bezieht sich auf die Stellungnahmen verschiedener prominenter Politiker, die in den vergangenen zwei Tagen in der «Basler Zeitung» veröffentlicht wurden.

Gspräch mit Politiker

Herrmann hat nun vor, diejenigen, die das Engagement einiger freisinnigen Politiker im Referendumskomitee kritisiert haben, zu einem Gespräch einzuladen. Die Aussprache soll in den nächsten Tagen stattfinden. Anwesend werden neben ihm auch andere Komiteemitglieder sein.

Auf der Traktandenliste steht einerseits der politische Inhalt, sprich der 17-Millionen-Franken-Kredit und das Referendum. Andererseits will der Parteipräsident auch über die Statuten diskutieren. Dies, um den Punkt zu klären, ob ein Referendum erst vom Parteitag abgesegnet werden muss. Wichtig ist für Herrmann, dass über den Stil des Referendumsbogens gesprochen wird. Dieser wurde von einigen FDP-Mitgliedern als populistisch bezeichnet. Herrmann sagt, seine Kritiker würden auf die Einladung eingehen. «Ich bin von der FDP in der Regel eine offene Gesprächskultur gewohnt.»

Die FDP-Teilnahme am Theaterreferendum beschäftigt auch die Freisinnigen im Nachbarkanton. Der Basler FDP-Präsident Daniel Stolz will zwar nichts sagen zu den Problemen der Baselbieter Kollegen. Seine Meinung wird aber trotzdem deutlich: «Das Theater ist nicht nur kulturpolitisch, sondern auch wirtschaftspolitisch wichtig. Denn als Pharmazentrum sind wir in Basel auf gute Leute angewiesen. Diesen müssen wir aber auch etwas bieten.»