Chienbäse
Feuerwehr hält an Entscheid fest – und würde es wieder so machen

Aufgrund des Wetters liessen die Verantwortlichen die ganz grossen Feuerwagen am Sonntagabend am Chienbäse nicht zu. Die Feuerwehr äussert

Andreas Hirsbrunner
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Der Chienbäse-Umzug 2019 fiel etwas kleiner aus als gewohnt.
19 Bilder
Ein paar der grössten und schwersten Feuerwägen fuhren nicht mit.
Trotzdem wurde es extrem heiss entlang der Umzugs-Route.
Dafür sorgten die über 300 Besenträger und die kleineren Feuerwagen.
Der schwerste Chienbäse war 117 Kilogramm schwer.
Den Entscheid, die grösseren Wagen nicht fahren zu lassen, wurde erst am späten Nachmittag gefällt.
Chienbäse 2019
Ein gfürchiger Fackelträger.
Das Törli bestand seine Feuerprobe.
Das Denkmal war 2018 saniert worden.
Von Brandspuren ist bisher nichts zu sehen.
Das Stedtli riecht nach dem Chienbäse-Umzug jedoch ziemlich verkohlt ...
... und der Boden ist mit Asche, Russ und Abfall übersät.
Den Besenträgern muss jeweils der Nacken gekühlt werden.
Einige tragen gleich eine komplette Feuerwehr-Ausrüstung.
Das Ziehen der Füürwaage macht offenbar Spass.
Die Besenträger haben die Gebilde selber gebaut. Dafür opfern sie jeweils ein paar Nachmittage und Abende.
Das sieht nach Vater und Sohn aus.
Für die Zuschauer heisst es am Chienbäse-Umzug: Alte Kleider anziehen ...

Der Chienbäse-Umzug 2019 fiel etwas kleiner aus als gewohnt.

Juri Junkov

Es waren heikle Stunden für das Quartett, das vorgestern Sonntag im Vorfeld des Chienbäse-Umzugs entscheiden musste, in welcher Form das Liestaler Topereignis mit mehreren Zehntausend Zuschauern stattfinden sollte. Denn der Wind ist der gefährlichste Begleiter eines Chienbäse-Umzugs und Meteo Schweiz sagte am Sonntagabend Sturmböen von bis zu 60 Stundenkilometern für den Baselbieter Kantonshauptort voraus.

Bis um 18.30 Uhr, das heisst eine Dreiviertelstunde vor dem Start des Umzugs, schob Feuerwehrkommandant Roger Salathe zusammen mit dem Präsidenten des Fasnachtskomitees und den Chefs Chienbäse und Umzug den Entscheid heraus. Dann sprach er ein letztes Mal mit Meteo Schweiz und fasste mit seinen drei Kollegen den Entschluss, dass die sechs grossen Feuerwagen mit fünf und mehr Kubikmeter Holz drauf nicht am Umzug teilnehmen dürfen. «Windstösse bergen die Gefahr, dass Flammen von den Feuerwagen ins Publikum gedrückt werden», sagt Kommandant Salathe am Tag nach dem Umzug zum grössten Risiko, das vom Wind ausgeht.

Und war der Entscheid rückblickend richtig? «Wir waren uns lange unschlüssig, ob wir die Wagen fahren lassen sollen. Zwar war der Wind dann während des Umzugs tatsächlich schwächer, das war aber nicht absehbar. Ja, ich würde wieder genau gleich entscheiden.» Was jetzt mit dem nicht verbrannten Holz auf den Feuerwagen geschieht, weiss Salathe nicht. Das liege im Ermessen der zuständigen Cliquen. Eine Möglichkeit sei, das Holz ein Jahr abgedeckt auf den Wagen zu lagern und dann am nächsten Chienbäse-Umzug zu verbrennen.

«Manche warten auf das Ende»

Chienbäse-Chef Jaro Kubicek dagegen empfiehlt den Cliquen, mit dem Holz «ein Feuer zu machen und Klöpfer zu bräteln». Lasse man es auf den Wagen, würde es trockener und damit der Aufbau instabiler werden. Ansonsten geht Kubicek mit Salathe einig: «Der Entscheid ist auch rückblickend richtig.» Dies, obwohl das teils zu grosser Enttäuschung geführt habe. Aber Kubicek betont: «Wäre etwas passiert, hätte das das Ende des Chienbäse-Umzugs bedeuten können. Es gibt Leute, die nur auf so etwas warten.»

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