Liestal
Feuerwehr nutzt Infotag für Kinder, um Nachwuchs zu rekrutieren

Am Mittwoch ist Kindertag bei der Stützpunktfeuerwehr Liestal – seit 30 Jahren ein erfolgreicher Anlass, um Nachwuchs zu rekrutieren. Wer der Jugendfeuerwehr danach beitritt, hat ein besonderes Privileg.

Andreas Hirsbrunner
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Feuerwehr Liestal (Archiv bz)

Feuerwehr Liestal (Archiv bz)

Kenneth Nars

Für Kinder aus Liestal und Umgebung bietet sich in der Mitte der letzten Sommerferienwoche jeweils ein ganz spezielles Spektakel: Sie sind zu Gast bei der Stützpunktfeuerwehr Liestal – und das schon zum dreissigsten Mal. Am Mittwochmittag von 15 bis 18 Uhr ist es auf dem Areal des Feuerwehrmagazins an der Gasstrasse wieder soweit.

Der stellvertretende Kommandant Markus Rudin, der die Kindertage schon seit 20 Jahren organisiert, sagt zum Programm: «Wir zeigen zuerst einen Film über den Einsatz der Feuerwehr, stellen alle unsere 15 Fahrzeuge vor, haben einen dritten, praktischen Teil mit Motorspritze, Wasserkanone und Drehleiterkorb, bei dem die Kinder mitmachen können, und zum Abschluss gibt es einen Imbiss.»

Für die teilnehmenden Kinder gilt nur eine Vorgabe: Wer noch nicht in die Schule geht, kann nur in Begleitung einer erwachsenen Person teilnehmen. Alles andere ist frei: Man muss sich nicht anmelden, man muss nichts bezahlen und man verpflichtet sich zu nichts. Wobei die Stützpunktfeuerwehr, die 20 Helfer für den Kindertag einsetzt, diesen nicht in erster Linie des Plausches willen, sondern mit einem Hintergedanken organisiert: Sie will beim einen oder andern Kind ein – inneres – Feuer entfachen, das es eines Tages zur Feuerwehr führt.

Und das klappt offenbar. Denn Rudin sagt, dass von den 50 bis 100 Kindern, die jeweils am Anlass teilnehmen, durchschnittlich zwei in die Jugendfeuerwehr eintreten.

Das ist ein Angebot an Jugendliche ab zwölf Jahren, bei dem die Teilnehmer laut Rudin «das ganz einfache Feuerwehr-Handwerk spielerisch lernen», wobei Jugendfeuerwehr ein bisschen wie Pfadi sei. Zur Zeit zählt die Liestaler Jugendfeuerwehr 15 Mitglieder, die ein Privileg haben, das für angefressene Nachwuchsfeuerwehrleute nicht ganz unwichtig sein dürfte: Sie können bereits mit 18 Jahren in die Feuerwehr eintreten, während das Personen ohne Vorkenntnisse erst mit 20 können.

Jedes Jahr braucht es 10 neue Leute

Mit 22 Jahren ist der Feuerwehrdienst übrigens in Liestal obligatorisch. Das heisst, entweder tritt man dann in die Feuerwehr ein oder man bezahlt eine Ersatzabgabe. Derzeit zählt die Liestaler Stützpunktfeuerwehr 85 Köpfe, was dem Sollbestand entspricht. Jährlich brauche es etwa 10 neue Feuerwehrleute, um die Abgänge ersetzen zu können, ergänzt Rudin.

Zurück zum Kindertag bei der Feuerwehr, der laut Rudin noch einen weiteren Zweck hat: «Wir wollen auch den Eltern oder Grosseltern die Feuerwehr vorstellen, damit sie wissen, was mit ihren Steuergeldern passiert.»