Finanzierung
Einwohnern von abtrünnigen Dörfern in der Region Laufental Thierstein wird das Badi-Abo gestrichen

Gemeinden sollen einen freiwilligen Beitrag an die Sport- und Freizeitregion Laufental Thierstein leisten – ansonsten drohen Konsequenzen.

Gaby Walther, Wochenblatt Jetzt kommentieren
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Das Laufner Schwimmbad wird für manche teurer.

Das Laufner Schwimmbad wird für manche teurer.

Kenneth Nars

Die Sportanlagen im Laufental und im angrenzenden Solothurner Bezirk Thierstein sollen erhalten bleiben und mit neuen Angeboten ergänzt werden. Dies ist das Ziel der Sport- und Freizeitregion Laufental Thierstein. Dabei sollen nicht nur die Standortgemeinden Laufen und Breitenbach, sondern auch die umliegenden Ortschaften die finanzielle Last der Sport- und Freizeitanlagen tragen.

Aufgrund der Rückmeldungen an einem Informationsanlass für die Gemeindevertretungen sowie der schriftlichen Rückmeldungen zu den Statuten haben die Verantwortlichen der Stadt Laufen, der Gemeinde Breitenbach und der Arbeitsgruppe beschlossen, die Gründung der Sport- und Freizeitregion vom 1. Januar 2023 auf den 1. Januar 2024 zu verschieben.

Keine günstigeren Eintritte mehr für Schulklassen

Für das Jahr 2023 bitten Laufen und Breitenbach die Laufentaler und Thiersteiner Gemeinden um einen freiwilligen Beitrag an die Betriebskosten der Anlagen. Dieser Beitrag basiert auf einem erarbeiteten Finanzierungskonzept, das nach der Gründung der Sport- und Freizeitregion Laufental Thierstein weitergeführt werden soll. Berücksichtigt werden darin die Einwohnerzahl sowie die Erreichbarkeit und damit die Nutzbarkeit der Anlagen. Im August 2022 wurde den Gemeinden der zu bezahlende Betrag zur Budgetierung für das Jahr 2023 zugestellt.

An der Infoveranstaltung und in den schriftlichen Rückmeldungen wünschte sich eine Mehrheit der Gemeinden Konsequenzen für jene Gemeinden, die sich am Projekt nicht finanziell beteiligen wollen. Diesem Wunsch wird nun Rechnung getragen: Die Einwohnerinnen und Einwohner jener Gemeinden, die keinen freiwilligen Beitrag leisten, können für die Freibäder in Laufen und Breitenbach kein Saisonabonnement mehr erwerben. Ebenso erhalten die Schulklassen dieser Gemeinden keinen vergünstigten Eintritt mehr in diese Bäder.

Einwohnerinnen und Einwohner jener Gemeinden, die keinen freiwilligen Beitrag leisten, können für die Freibäder in Laufen und Breitenbach kein Saisonabonnement mehr erwerben.

Einwohnerinnen und Einwohner jener Gemeinden, die keinen freiwilligen Beitrag leisten, können für die Freibäder in Laufen und Breitenbach kein Saisonabonnement mehr erwerben.

Melanie Brêchet/ Wochenblatt

«Zusätzlich werden sicher die Einzeleintritte steigen, allein schon wegen der steigenden Energiekosten. In welchem Umfang ist aber noch nicht festgelegt», erklärt der Laufner Stadtrat Mathias Christ. Er fügt an: «Wir von der Arbeitsgruppe bedauern den Entscheid mit dem Aboverbot. Wir hätten lieber mit attraktivem Anreiz statt mit Strafe die Gemeinden dazu bewegen wollen, im Verein mitzumachen und Solidarität zu zeigen.» Der Laufner Stadtverwalter Thomas Locher ergänzt: «Das Ziel ist eine attraktive Region, die sich weiterentwickeln kann, auch mit Neuangeboten.»

Rund fünf Gemeinden haben sich eher gegen die Mitgliedschaft ausgesprochen. Ein Grossteil hat sich noch nicht definitiv entschieden und wartet die Bereinigung der Statuten ab. Die Gemeinden, die eher dagegen sind, will Thomas Boillat, Mitglied der Arbeitsgruppe, jedoch nicht nennen.

Im Frühjahr 2023 sollen die Statuten fertig sein

Zur Diskussion steht auch die Frage, ob es zu Beginn einen Sportkoordinator braucht. «Wir von der Arbeitsgruppe würden die Schaffung dieser Stelle begrüssen. Der Sportkoordinator wäre Anlaufstelle, Vermittler unter den Vereinen und Behörden, zuständig für die Kommunikation und für die Entwicklung der Sport- und Freizeitregion Laufental Thierstein», sagt Boillat. Ein Gremium mit weiteren Gemeindevertretern wird im ersten Quartal 2023 die Statuten überarbeiten und fertigstellen. Laufen und Breitenbach würden auch nach der Gründung mindestens 68 Prozent der Kosten der Sportanlagen tragen.

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