Nationalrätin BL
Florence Brenzikofer will kantonsübergreifendes Angebot für psychische Gesundheit

Die Baselbieter Nationalrätin Florence Brenzikofer (Grüne) reicht am heutigen Donnerstag in Bern eine Motion zur Förderung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung während der Corona-Pandemie ein.

Nora Bader
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Grüne-Nationalrätin Florence Brenzikofer setzt sich für psychische Gesundheit ein.

Grüne-Nationalrätin Florence Brenzikofer setzt sich für psychische Gesundheit ein.

Kenneth Nars

Anstoss dafür habe die Berichterstattung dieser Zeitung gegeben. Psychiater und Psychologen erzählten, wie schwierig es gerade für Kinder und Jugendliche ist, mit den Herausforderungen der Pandemie klarzukommen.

«Ich habe in der ersten Sessionswoche Fragen an Bundesrat Alain Berset eingereicht und war mit den Antworten mässig zufrieden. Aus meiner Sicht braucht es klare Strategien - und zwar jetzt», so Brenzikofer. Umso erfreuter sei sie, dass ihr Vorstoss von Politikern aus fast allen Lagern unterstützt werde.

Konkret soll der Bundesrat beauftragt werden, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Bund, Kantonen und Fachverbänden zu gründen. Dies mit dem Ziel, innert weniger Wochen kantonale, regionale oder lokale Versorgungsengpässe oder eine Unterversorgung bei bestimmten Personengruppen festzustellen. Die Kantone sollen gemäss Brenzikofer zudem mit Empfehlungen zur besseren Koordination ihrer Angebote und der Schliessung allfälliger Versorgungslücken unterstützt werden.

Fokus auf Kinder, Jugendliche und Isolierte

Weiter fordert die Baselbieterin, eine rasch umsetzbare Strategie zum Schutz der psychischen Gesundheit der Bevölkerung während der Pandemie zu entwickeln. Die Strategie der Bewältigung der aktuellen Situation im Psychiatriewesen sieht vor allem auch präventive und psychotherapeutische Angebote im Hinblick auf die nächsten Monate und potenziell Jahre vor.

Der Fokus soll dabei auf vulnerablen Gruppen wie Kindern und Jugendlichen sowie sozial isolierten Personen liegen. Hierbei solle auch die Finanzierung niederschwelliger, rascher Angebote und falls nötig befristet ausserhalb der geltenden Regelungen geschaffen werden, damit die Möglichkeit solcher Behandlungen für alle Patienten gesichert sei.

«Die Covid-bedingte Unsicherheit und Fremdbestimmtheit ist für Menschen generell psychisch belastend. Gewisse Menschen belastet die Pandemie jedoch zusätzlich», begründet Brenzikofer.

Spezifische Lebensumstände könnten das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen. «Diese Problematik betrifft alle Bevölkerungsschichten», sagt sie. Gemäss Experten seien unter 30-Jährige besonders stark betroffen von den verordneten Massnahmen. Deshalb gebühre ihnen auch die entsprechende Hilfe.