Ein Augenschein
Mit der Maske an den Frühlingsmarkt nach Sissach

Endlich wieder Markt im Bezirkshauptort – mit Corona-Schutzmassnahmen und bei prächtigem Frühlingswetter. Wie sich Besucher und Marktfahrer ans Schutzkonzept der Sissacher Marktkommission gehalten haben.

Simon Tschopp
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Einbahnsystem in der ganzen Begegnungszone: Frühlingsmarkt im Dorfkern.
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Das Alphüsli aus dem Puschlav mit Bündner Spezialitäten.
Rund 120 Stände waren am Sissacher Frühlingsmarkt vertreten.
Emsiges Markttreiben auf dem «Strichcode».
Schlagenstehen vor einem Verpflegungsstand.
Immer und überall: Plakate zu den Corona-Regeln und Desinfektionsmittel.
Körbe - so weit das Auge reicht.
Die Schutzmaskenpflicht auf dem Marktgelände wurde weitestgehend eingehalten.

Einbahnsystem in der ganzen Begegnungszone: Frühlingsmarkt im Dorfkern.

Kenneth Nars (Sissach, 24. März 2021)

Lange, lange mussten die Marktfahrer und regelmässigen Besucherinnen warten auf die nächste Veranstaltung im Hauptort des Bezirks Sissach. Fast eineinhalb Jahre. Der Herbstmarkt 2019 war der bisher letzte. Dann kam Corona, und im vergangenen Jahr wurden alle drei Sissacher Märkte abgeblasen.

Lunapark kurzfristig abgesagt

Umso erleichterter waren die Leute gestern am Frühlingsmarkt – trotz des strengen Sicherheitskonzepts, das die Sissacher Marktkommission auferlegt hatte. Auf dem ganzen Gelände bestand Maskenpflicht, was weitestgehend befolgt wurde. Zwei Sicherheitsleute patrouillierten und kontrollierten das Geschehen.

Gemeinderat Gieri Blumenthal, der die Marktkommission präsidiert, zeigte sich «sehr glücklich und zufrieden». Wegen der Ereignisse von vergangener Woche an der Sekundar- und Primarschule Sissach mit über 30 Coronafällen wurde der Lunapark kurzfristig gekippt.

«Damit wollten wir einen möglichen Gefahrenherd vermeiden»

erklärt Blumenthal. Dieser lobt auch die Marktfahrer, wie sie das Sicherheitskonzept mit Einbahnsystem, Desinfektionsmittel und Plexiglasscheiben vorbildlich umgesetzt haben.

Marktfahrerinnen wie Besucher finden es in Schutzmaske zwar mühsam, aber man habe sich inzwischen schon an vieles gewöhnt, hört man sagen. Für Christoph Veraguth vom Alphüsli aus dem Puschlav, das Bündner Spezialitäten verkauft, ist dieser Markt im Baselbiet bei derart schönem Wetter «Balsam auf die Seele». Das Alphüsli ist schweizweit an Märkten präsent. Derzeit laufe etwa bloss 50 bis 70 Prozent vom Üblichen, sagt Veraguth.

«Wir haben sehnlichst auf den Frühlingsmarkt gewartet»

meint Valentine Freivogel vom Hof Fluh in Gelterkinden. Dieser bietet Nahrungsmittel aus eigener Herstellung an. Es laufe normal, ein bisschen weniger als am Herbstmarkt. An ihrem Stand würden die Hygienemassnahmen gut eingehalten, betont Freivogel. «Wenn mehrere Personen gleichzeitig kommen, warten sie automatisch weiter hinten.»

«Ich finde es hier recht sympathisch»

Die Korkeria aus Birrwil, die seit gut einem Jahr existiert, wartet mit Korkprodukten aus Portugal auf. Laut Michael Keck ist für sie Sissach heuer erst der dritte Markt.

«Ich finde es hier recht sympathisch», so Keck zu seiner Premiere im Oberbaselbiet. Die Korkeria betreibt auch einen Onlinehandel, was gut sei für sie. «Deshalb haben wir die Coronakrise bis jetzt nicht schlecht gemeistert», betont Michael Keck.

«Meine Kinder haben halt Freude»

Die ortsansässige Ursula Gysin ist mit ihren beiden kleinen Kindern unterwegs. Sie geht gerne an den Sissacher Markt. «Meine Kinder haben halt Freude», lacht sie. Vor allem der Herbstmarkt sei fix in ihrem Jahreskalender.

Der 75-jährige Werner Grünig, ein Ur-Sissacher, freut sich, weil er hier immer Leute trifft, auch auswärtige. Für ihn sind die herrschenden Massnahmen ebenfalls speziell. Grünig findet

«alles übertrieben,
Corona wird aufgebauscht.»

Was finanziell alles noch auf uns zukomme, gebe eine Katastrophe, ist er überzeugt. Kathrin Börlin durchstreifte nur rasch die Stände. Die Liestalerin liebt Märkte. Sie habe das Gefühl, dass sich die Leute bezüglich Schutzmassnahmen korrekt verhielten. Allerdings habe sie sich nicht gross geachtet, gesteht sie.

Der gestrige Frühlingsmarkt zählte rund 120 Stände, was zwei Drittel einer «normalen» Veranstaltung entspricht. Es ist zu hoffen, dass der nächste Markt grösser wird und man nicht wieder eineinhalb Jahre darauf warten muss.