Mein Schrebergarten
Für Hans Platt ist Gartenarbeit Therapie

In seinem kleinen Reich zwischen Allschwil und Schönenbuch feiert Hans Platt sommerliche Grillfeste oder gedenkt seiner verstorbenen Frau.

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Mein Schrebergarten Folge 11: Roman Platt und sein Gedenk-Schrebergarten
12 Bilder
Hans Platt in seinem Schrebergarten.
Im fein säuberlich bepflanzten Beet wachsen die verschiedensten Gemüsesorten
Vor elf Jahren hat Hans Platts Frau strahlend verkündet: «Wir haben wieder einen Garten!»
Diesen in den heutigen Zustand zu bringen, sei ein ganzes Stück Arbeit gewesen.
Es sei aber auch eine Art Therapie gewesen.
Als er an Krebs erkrankte, hat ihm die Arbeit im Garten geholfen, wieder gesund zu werden.
Und auch als seine Frau krank wurde und verstarb, gab ihm der Garten viel Kraft.
Der kleine Feigenbaum und die Gartenzwerge erinnern an Platts verstorbene Frau. Schrebergarten-Serie: Roman Platt.
Aber die Platts versinken nicht in düsterer Traurigkeit. Im Sommer feiern sie mit Freunden gerne Grillfeste im Schrebergarten.

Mein Schrebergarten Folge 11: Roman Platt und sein Gedenk-Schrebergarten

Nicole Nars-Zimmer niz

Eine auffällig grosse Gartenhütte mit gepflegter, heller Holzfassade und schöner Pergola sticht als erstes ins Auge, wenn man den knirschenden Kiesweg entlang auf Hans Platts Garten zugeht. Der grosse Anteil an Rasenfläche lässt das fein säuberlich bepflanzte Beet mit verschiedensten Gemüsesorten und die üppigen Tomaten- und Gurkenstauden umso deutlicher hervortreten.

Gartenzwerge lächeln einem zu und ein kleines Blumenbeet sorgt für freundliche Farbtupfer. «Es war ein grosses Glück, dass wir diesen Garten bekommen haben», sagt Hans Platt und blickt vielsagend zu seinem Sohn, Roman Platt. Dieser nickt. Vor elf Jahren habe seine Mutter eines Tages strahlend verkündet: «Wir haben wieder einen Garten!»

Gartenarbeit als Therapie

Diesen in den heutigen Zustand zu bringen, sei ein ganzes Stück Arbeit gewesen. Hans Platt sagt: «Als ich den Garten zum ersten Mal sah, war ich schockiert. Alles war überwuchert und mit Bambus durchwachsen.» Dieser sei besonders schwierig zu entfernen gewesen und immer wieder nachgewachsen. «Anderthalb Jahre lang musste ich jäten, bis alles weg war», sagt Platt. Seine Frau habe darüber geschmunzelt: «Das ist gut, dann hast du etwas zu tun.» Und etwas zu tun zu haben war für ihn auch später noch wichtig, als er an Krebs erkrankte. Der Garten sei für ihn wie eine Therapie gewesen und habe ihm geholfen, wieder gesund zu werden.

Auch als seine Frau später erkrankte, habe der Garten eine wichtige Rolle gespielt. Sohn Roman erzählt: «Ich habe immer noch das Bild im Kopf, wie sie mit geschorenem Kopf, aber noch voller Tatendrang das Gartenhäuschen streicht.» Überhaupt sei der Ort für ihn mit schönen Erinnerungen an seine Mutter verbunden. «Diesen kleinen Feigenbaum hat meine Mutter auf ihrer letzten Ausfahrt mit dem Auto geholt, bevor sie nicht mehr fahren konnte. Ein halbes Jahr später ist sie dann gestorben. Für uns war klar, dass das Bäumchen einen ganz speziellen Platz hier im Garten bekommen muss.»

Gute Gemeinschaft

Aber die Platts versinken nicht in düsterer Traurigkeit. Sie pflegen ihren Garten mit viel Liebe und Freude. «Vater ist im Sommer oft mit seiner Freundin und Bekannten am Grillieren und ich ebenfalls», sagt Roman Platt. «Das ist toll, denn man muss nur das Fleisch mitbringen. Gemüse und Salat hat es hier im Garten zur Genüge.» Mit den Gartennachbarn sei das Verhältnis sehr gut, obwohl die Gemeinschaft der Schrebergärtner sehr durchmischt sei. Stolz sagt Hans Platt: «Viele sagen, dass ich hier den schönsten Garten hätte.» Das Lob freut ihn besonders, da er die Pergola und die Holzfassade des Häuschens mithilfe seines Sohns und dessen Freunden selber gebaut habe. «Der Garten ist für mich ein schöner Rückzugsort. Es ist jedes Jahr wieder eine Freude zu sehen, was hier alles wächst und gedeiht.»