WM in Katar
Gym Liestal bläst Public Viewing in letzter Sekunde ab und sucht nun die Diskussion

Das Gymnasium Liestal wollte heute Donnerstag in der Aula das Spiel Schweiz-Kamerun zeigen. Die Schulleitung krebste nach kritischen Rückmeldungen zur «problematischen WM» aber zurück.

Michael Nittnaus 3 Kommentare
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Im zürcherischen Unterengstringen durften Schüler heute das Spiel der Schweiz gegen Kamerun im Gemeindesaal schauen. Das Public Viewing am Gym Liestal wurde hingegen abgesagt. Der Unterricht wäre aber sowieso vorgegangen.

Im zürcherischen Unterengstringen durften Schüler heute das Spiel der Schweiz gegen Kamerun im Gemeindesaal schauen. Das Public Viewing am Gym Liestal wurde hingegen abgesagt. Der Unterricht wäre aber sowieso vorgegangen.

Bild: Michael Buholzer/KEYSTONE

Es war eine relativ spontane Idee. Und genau das wurde dem geplanten Public Viewing am Gym Liestal zum Verhängnis. Erst gestern Mittwoch teilte die Schulleitung um Rektor Thomas Rätz den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen mit, dass der erste Auftritt der Schweizer Fussballnationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Katar am Donnerstag in der Aula gezeigt wird. Dieses «Public Viewing» wäre aber explizit nur für jene gedacht gewesen, die Zwischenstunden und damit keinen Unterricht haben.

Doch daraus wurde nichts. Am späteren Mittwochabend folgte bereits die Absage. Im Schreiben von Rätz, das der bz vorliegt, steht:

«Die Ankündigung hat zu mehreren Reaktionen geführt, die gezeigt haben, dass ein schulinternes ‹Public Viewing› dieser (problematischen) WM eine breite Diskussion im Vorfeld braucht. Diese Diskussion haben wir nicht geführt.»

Vielleicht werden spätere Spiele doch noch gezeigt

Das Rektorat hatte sich ursprünglich überlegt, dass es besser sei, das Spiel gemeinsam zu schauen, um «über damit verbundene (problematische) Themen zu diskutieren», anstatt den Match alleine zu schauen.

Rektor Rätz wollte auf Anfrage der bz nicht näher Stellung nehmen, sondern verwies darauf, es nun schulintern aufzuarbeiten. Im Absagebrief wird offen gelassen, ob eventuell spätere Spiele doch noch gezeigt werden können: «Das werden wir – unter Einbezug von Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen – noch vertieft diskutieren.»

3 Kommentare
c. Meyer

Wie sagten früher die Sozialarbeiter: Hauptsache wir haben darüber gesprochen.  Diese Aktion der Schulleitung ist eine Lachnummer, womöglich wegen 2 Wortmeldungen...  einfach peinlich.

Berger Stefan

Das ist eine Übertriebene Reaktion. Schulen sollten politisch neutral sein. Gymi Schülern ist zuzumuten, dass sie sich selbstständig informieren können, und allenfalls den Anlass boykottieren.