Energiesparen
Garagen trimmen Auto und Fahrer aufs Energiesparen

Jeder Autofahrer verfügt noch über Potenzial zum Energiesparen. Darum testen 48 Garagen der Region Basel im Rahmen eines Pilotprojekts, wie Autofahrer Energie sparen können und bieten einen Energiecheck an.

Tobias Gfeller
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René Degen checkt ein Auto.

René Degen checkt ein Auto.

Öl, Auspuffanlage, Reifendruck, Klimaanlage, Reifenprofiltiefe und Fahrstil entscheiden über den Energieverbrauch eines Autos. Die Liste könnte beliebig verlängert werden. Jeder Autofahrer verfügt noch über Potenzial, um Energie zu sparen.

Genau dieses Potenzial möchten seit Anfang März 48 Autogaragen in der Region Basel prüfen. Sie beteiligen sich an einem Pilotprojekt des Autogewerbeverbandes Schweiz und des Bundesamts für Energie zur Einsparung von Treibstoff und zur Reduktion des CO2-Austosses. Verläuft das Pilotprojekt der Verbandssektion beider Basel erfolgreich, wird es auf die ganze Schweiz ausgeweitet.

Ziel: 1000 Prüfungen bis Ende Juni

«Fünf Millionen Fahrzeuge sind in der ganzen Schweiz eingelöst. Da ist jede Menge Potenzial für Einsparungen vorhanden, die weit mehr bringen würden als die reine Förderung von energiesparenden Autos», erklärt René Degen, Vizepräsident des Autogewerbeverbands beider Basel. Als Inhaber der Gorenmatt-Garage in Binningen beteiligt er sich selber an der Pilotphase. «Unser Ziel sind bis Ende Juni 1000 Prüfungen in der Region.»

Dass die Pilotphase ausgerechnet in der Region Basel durchgeführt wird, ist laut Degen kein Zufall: «Unsere Sektion beider Basel ist immer sehr innovativ.» Degen weiss auch aus Erfahrung, dass die Region «ein bisschen grün angehaucht ist». Auch vom Gefühl her seien die Menschen in der Region Basel umweltbewusster als in anderen Regionen der Schweiz.

Trotz der grundsätzlich positiven Einstellung der regionalen Autofahrer wissen viele nicht, dass es ein Leichtes ist, Energie zu sparen. Das persönliche Zertifikat, das der Kunde nach dem Autoenergiecheck vom Garagisten erhält, definiert auf den Treibstoffliter, CO2-Austoss und auf Franken genau den Betrag, der mit den jeweiligen Massnahmen eingespart werden kann. Zusätzlich erhält der Kunde wertvolle Tipps, wie mit einem umweltbewussten Fahrstil weniger Benzin verbraucht wird.

Geringes Wissen über eigenes Auto

Gorenmatt-Werkstattchef Patrick Wüthrich weiss, dass hier noch viel herauszuholen ist: «Beim Losfahren nur eine Wagenlänge im ersten Gang, danach kontinuierlich Hochschalten zwischen 2000 und 2500 Touren.» Das Wissen über das Fahren und das eigene Auto sei vielfach nicht mehr vorhanden. «Die Leute kommen nur noch zum Reifenwechsel in die Garage – und wenn etwas kaputt ist», ärgert sich Wüthrich, der weiss, wie wichtig regelmässige Checks für das Auto sind.

Mit an Bord ist auch das Bundesamt für Energie mit dem partnerschaftlichen Programm «EnergieSchweiz». «Wir unterstützen das Pilotprojekt finanziell. Wir sind der Meinung, dass es ein grosses Potenzial hat», sagt dazu Philipp Schwander, Sprecher des Bundesamts für Energie. Für alle Beteiligten sei es eine Win-win-Situation. «Der Kunde, der Garagist und die Umwelt profitieren.»

Fragen der Energieeffizienz

Die knapp 50 Franken für den Energiecheck decken die für die Garage aufkommenden Kosten keinesfalls. Für Garageninhaber René Degen lohnt sich der Einsatz trotzdem: Wir profitieren von einem Kundenkontakt und können dem Kunden ein gutes Produkt anbieten.»

In dieselbe Richtung zielt die Idee von «EnergieSchweiz»: «Wir wollen die Garagisten dazu motivieren, sich verstärkt mit Fragen der Energieeffizienz zu beschäftigen und sich so zu profilieren.» Neben dem Bundesamt für Energie unterstützt der Kanton Basel-Stadt das Projekt. René Degen hofft, dass Baselland nachzieht.

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