Reinach
Gartenbad soll saniert - oder durch Hallenbad ersetzt werden

Plus oder Dach? Das Thema Hallenbad lässt Reinach nicht los. Bevor der Gemeinderat am Montagabend versuchte, im Einwohnerrat sein Sanierungs- und Ausbauprojekt «Gartenbad Plus» beliebt zu machen, wurde eine Initiative für ein Hallenbad eingereicht.

Martin Merk
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Das Reinacher Gartenbad wird erneuert – oder sogar durch ein Hallenbad ersetzt. Martin Töngi

Das Reinacher Gartenbad wird erneuert – oder sogar durch ein Hallenbad ersetzt. Martin Töngi

Martin Töngi

Der Einwohnerrat hat nun das «Gartenbad Plus» einstimmig zur weiteren Prüfung an eine Kommission überwiesen, welche offene Fragen beantworten soll. Mit dem 11,3 Millionen Franken teuren Projekt möchte der Gemeinderat das in den 50er-Jahren gebaute Gartenbad modernisieren.

70 Meter lange Rutschbahn

Es beinhaltet eine Erneuerung der Wasseraufbereitungsanlage mit Chlor in Granulat- statt Gasform, die Sanierung des 50-Meter-Schwimmbeckens und der Garderoben, ein erneuertes und von aussen erreichbares Restaurant und eine Wassererwärmung um drei Grad durch Solaranlagen. Das Mehrzweckbecken soll durch ein Neues mit einer 70 Meter langen Rutschbahn, Tretwasserdüsen und Strömungskanal ersetzt werden - mit einem separaten Sprungbecken samt fünf Meter hohem Springturm. Dafür wäre das Nichtschwimmer-Becken laut BDP-Einwohnerrat Daniel Baier wegen des zu kleinen Aufwärmbeckens nicht mehr wettkampftauglich.

Mit der Erweiterung soll das Gartenbad gegenüber den Anlagen im benachbarten Aesch und Arlesheim konkurrenzfähiger werden. Dank höherer Besucherfrequenz und einer Preiserhöhung hofft man auf eine Halbierung des jährlichen Defizits von rund 320 000 Franken.

Wenige Stunden vor der Einwohnerratssitzung wurde jedoch die Initiative mit über 500 Unterschriften eingereicht, die den Bau eines regionalen Hallenbads unter Einbezug möglicher Synergien mit dem Gartenbad verlangt. Für die Initianten ist es ein letzter Hoffnungsschimmer, nachdem ihr Anliegen in den Räten wenig Unterstützung erhielt. «Es ist ein Versuch, den Wunsch eines Hallenbads in eine Bahn zu bringen, damit die Reinacher darüber bestimmen können», sagte die BDP- Einwohnerrätin Marie-Therese Müller.

Dieses Anliegen wird vor allem aus BDP-Kreisen unterstützt - unabhängig vom Konzept von Aquabasilea in Pratteln. Die Einwohnerrätin Rosmarie Wyss stellte die Frage in den Raum, wieso man für das als grösste Freizeit- und Sporteinrichtung bezeichnete Gartenbad nicht dreimal mehr investieren könne und dafür ein Hallenbad bekomme. Die CVP kritisierte ebenfalls, dass das Schwimmbad und das damit verbundene Restaurant nur während weniger Monate genutzt werden kann. Die Einwohnerrätin Myrian Kobler bringt dabei nicht nur ein Hallenbad, sondern auch eine Kunsteisbahn ins Spiel.

Der Reinacher Gemeinderat lehnt die Initiative aus finanziellen Gründen, wegen der schwierigen Verkehrserschliessung und dem Desinteresse der Nachbargemeinden ab. Dazu kämen rechtliche Bedingungen des Grundwasser- und Naturschutzes für Neubauten bei der Reinacher Heide. Ob die Gartenbad-Vorlage im Falle einer Annahme im Einwohnerrat mit der Initiative gleichzeitig vors Volk kommt, ist noch offen. «Ich gehe davon aus, dass die Initiative rechtsgültig zustande kommt», erklärte der Gemeinderat Paul Wenger. «Wenn die Unterschriften und die Annahme bestätigt sind, muss über beides abgestimmt werden.» Damit könnte der geplante Umbau während des Kalenderjahrs 2015 laut Wenger «möglicherweise um ein Jahr» verzögert werden.

Spitex wird zu einer GmbH

An der Einwohnerratssitzung wurde auch die Neustrukturierung der Spitex Reinach in eine der Gemeinde gehörenden GmbH und einen Förderverein beschlossen. Zudem stellt der Gemeinderat aufgrund von Forderungen eines zusätzlichen Mittagstischs für Schulkinder wegen Platzmangels einen solchen im Pfarreiheim St. Nikolaus auf den Semesterwechsel im Januar 2014 hin in Aussicht.