Geehrt
Videokunst-Pionier erhält den dritten Basler Kunstpreis

Der Kunstkredit Basel-Stadt hat zum dritten Mal den Basler Kunstpreis verliehen. Er geht an René Pulfer. Der Basler war unter anderem bei der der documenta Kassel als Kurator tätig – seine Videobänder und Installationen wurden in Museen rund um den Globus gezeigt.

Benjamin Wieland
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Künstler, Lehrer, Pionier: René Pulfer.

Künstler, Lehrer, Pionier: René Pulfer.

Christian Knörr

Nichts weniger als ein «Wegbereiter der Videokunst in der Schweiz» sei René Pulfer, schreibt das Basler Präsidialdepartement in der Medienmitteilung zur Preisverleihung. Jetzt wird der Basler für seine Arbeit auch von seiner Heimatstadt geehrt: Pulfer erhält den dritten Basler Kunstpreis. Er ist mit 20'000 Franken dotiert. Die öffentliche Verleihung findet am 7. November im Stadtkino Basel statt.

Pulfer arbeitet seit den 1970er-Jahren als experimenteller Filmemacher mit der neuen Kunstform und kuratiert Videokunst aus der ganzen Welt. Als Lehrer habe der Basler zudem, schreibt das Präsidialdepartement weiter, das Talent vieler, teils heute international bekannter Kunstschaffender gefördert, zuerst an der Schule für Gestaltung Basel, später an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Preis wird selten vergeben, Bewerben ist nicht möglich

Die Kunstkreditkommission würdigt laut Präsidialdepartement mit der Preisvergabe das breit gefächerte Schaffen von Pulfer «zwischen künstlerischer, kuratorischer wie auch ausbildender Tätigkeit». Seine audiovisuellen Arbeiten und Installationen würden bis heute in zahlreichen nationalen und internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt. «Fasziniert von der Gleichzeitigkeit von Realität und ihrer Abbildung brachte er zudem als Kurator damals noch unbekannte Videokünstler wie Bruce Nauman, Dara Birnbaum, Terry Fox oder Nan Hoover an die von ihm gemeinsam mit Reinhard Manz initiierten Videowochen in den Wenkenpark in Riehen.»

Ein Auszug seines Schaffens aus dem Lexikon zur Kunst in der Schweiz: 1987 ist Pulfer als Kurator für die documenta 8 in Kassel und für Revision im Stedelijk Museum, Amsterdam, tätig. Seine Videobänder und Installationen werden in zahlreichen nationalen und internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt, zum Beispiel 1987 im LACE, Los Angeles, 1991 im Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam, 1995 im Swiss Institute, New York, oder 2005 im Kunstmuseum Bern und im Kunstmuseum Basel. Auch in der Ausstellung «Nachleuchten – Nachglühen» im Kunsthaus Baselland von diesem Frühjahr waren Werke von Pulfer zu sehen.

Den ersten Basler Kunstpreis verlieh die Kunstkreditkommission im Jahr 2013 Miriam Cahn; 2016 wurde Eric Hattan geehrt. Der Preis wird sporadisch vergeben. Bewerbungen sind nicht möglich.

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