Allschwil
Gegen das neue 70-Millionen-Schulhaus formiert sich Widerstand

Am 9. Juni stimmt Allschwil über den höchsten Kredite in der Geschichte der Gemeinde ab: 70 Millionen Franken für das neue Schulhaus Gartenhof. Bis jetzt war das Projekt wenig umstritten. Doch nun regt sich Widerstand - der Neubau sei zu teuer.

Benjamin Wieland
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So soll das neue Allschwiler Schulhaus «Gartenhof» aussehen

So soll das neue Allschwiler Schulhaus «Gartenhof» aussehen

bz/zvg

70 Millionen Franken soll das neue Schulhaus Gartenhof kosten, über das die Allschwiler am 9. Juni abstimmen werden. Zweimal hat der Einwohnerrat das Projekt gebilligt – es gilt als der höchste Kredit, der je in der Gemeinde gesprochen worden ist. Zum Vergleich: 70 Millionen Franken verbaute der Kanton Baselland im vergangenen Jahr in die H 2. Und 70 Millionen kostet ein Airbus A 320 in der Grundausstattung.

Komitee-Gründung am Dienstag

Die Ausstattung ist neben den Kosten auch einer der beiden Hauptkritikpunkte der Gegner des neuen Schulhauses. Diese werden heute Dienstag ihre Gründung bekannt geben. Das Komitee besteht aus den folgenden sechs Einwohnerräten: Christoph Benz (EVP), Nedim Ulusoy (parteilos), Jacqueline Misslin (BDP), Jérôme Mollat (GLP) sowie Ueli Keller und Ruedy Breitenstein (beide Grüne).

Zu seinen Argumenten in Bezug auf die Abstimmung wollte sich das Komitee am Montag nicht äussern. Es wird sich jedoch an den Einwänden orientieren, die seine Vertreter bereits im Einwohnerrat oder aber in Leserbriefen vorgebracht haben. Von einem «Rolls-Royce für die Baubranche» und einem «Luxusprojekt» ist da die Rede. Die Primarschulen in Basel müssten mit der Hälfte der Fläche auskommen, monierte etwa Nedim Ulusoy im «Allschwiler Wochenblatt». Jacqueline Misslin warnte, ebenfalls per Leserbrief, vor einem «70-Millionen-Schuldenberg» – dies, weil die Gemeinde für den Bau neues Fremdkapital aufnehmen muss.

«Für mich ist der Zeitpunkt des Widerstands befremdlich», kommentiert Gemeinderat Christoph Morat (SP) die Komitee-Gründung. Auf der Zielgeraden und damit viel zu spät würden die Gegner ihre Einwände einbringen, so der Vorsteher des Departements Hochbau und Raumplanung.

Seit 2009 sei klar gewesen, dass der bestehende Schulraum angesichts wachsender Schülerzahlen und Harmos nicht geeignet sei. Und: «Wir haben klar aufgezeigt, dass sich Allschwil das Projekt leisten kann.»