«Wetten
Geht Samuel nach Basel in die Reha?

Die Rehab Basel bereitet sich gerüchtehalber auf den verletzten Wettkandidaten Samuel Koch vor. Würden die deutschen Versicherungen auch eine Behandlung im Ausland übernehmen?

Boris Burkhardt
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Das ZDF schloss mit Samuel Koch eine spezielle Unfallversicherung ab. key

Das ZDF schloss mit Samuel Koch eine spezielle Unfallversicherung ab. key

Wird Samuel Koch (23) nach Basel verlegt? Der «Blick» streute am Montag das Gerücht, die Rehab Basel, das renommierteste Rehazentrum für Querschnittslähmungen und Hirnverletzungen der Schweiz, stehe in Kontakt mit der Uniklinik Düsseldorf, wo der «Wetten dass...?»-Kandidat momentan behandelt wird.

Die Pressesprecherin der Uniklinik Düsseldorf, Susanne Dopheide, möchte den Kontakt mit Basel «weder dementieren noch bestätigen». Das sei im Moment noch spekulativ; allerdings wäre es «nachvollziehbar, wenn er in die Heimat zurückwill». Auch die Rehab selbst, die gestern anlässlich der Gerüchte eine Pressekonferenz einberief, um ihre Institution vorzustellen, sagt weder Ja noch Nein. Oberarzt Xavier Jordan sagte lediglich: «Wir können nichts darüber sagen, ob der Patient hierherkommen wird.» Die administrative Leiterin Claudia Frey bemerkt, dass die 92 Betten der Rehab momentan «völlig belegt» seien.

Maximal zwei Wochen wird Koch noch in Düsseldorf bleiben. Basel wäre anschliessend in der Tat die nächste Adresse für die Familie Koch, die vom badischen Wohnort Efringen-Kirchen nur 16 Kilometer zu fahren hätte. Doch zwischen Basel und Efringen-Kirchen liegt eine Staatsgrenze. Deutsche Krankenkassen sind verständlicherweise nicht erpicht darauf, ihren Versicherten teure Behandlungen in der Schweiz zu bezahlen, die sie in Deutschland günstiger bekommen könnten.

Zwar sagte ZDF-Programmchef Thomas Bellut gestern gegen-
über «Bild»(Online-Ausgabe),die spe-
zielle Unfallversicherung des ZDF für die Wettkandidaten habe bereits Zahlungen für die Akutbehandlung in Düsseldorf geleistet. Für die Folgekosten komme aber erst einmal «die Versicherung» auf.

Laut Informationen aus Samuel Kochs sozialem Umfeld ist der Vater als Grenzgänger in der Schweiz versichert, die Mutter mit den Kindern, also auch Samuel, in Deutschland. Da das Schweizer Recht keine Versicherung für Familienmitglieder kennt, müsste also Samuels deutsche Versicherung für die Rehakosten aufkommen.

Versicherungen nicht einig

«Die Entscheidung trifft der Arzt», beurteilt ein Sprecher der grössten deutschen Krankenkasse AOK den hypothetischen Fall, dass Samuel nach Basel verlegt würde. Dabei spiele es zumindest für die AOK Baden-Württemberg keine Rolle, «ob der Patient prominent ist oder nicht». Die Krankenkasse selbst treffe da keine Entscheidungen, schon gar nicht aus Kostengründen.

Ganz anders wird die Situation dagegen von der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover eingeschätzt, bei der Samuel Koch versichert ist, wie Recherchen der
bz ergaben. Deren Sprecher Wolf-Dieter Burde konnte die Mitgliedschaft gestern nicht bestätigen, sagt aber «ganz pauschal» zum Fall Koch: «Bei diesem Versicherten machen wir alles. Das könnten wir uns gar nicht anders erlauben bei dieser medialen Aufmerksamkeit.» Die Rentenversicherung springt bei Berufsunfähigkeit ein.