Altlasten
Gemeinde Allschwil kritisiert Mängel bei Deponie-Sanierung

Die Gemeinde Allschwil kritisiert die Sanierungsarbeiten bei der alten Deponie Roemisloch im nahen Neuwiller (F): Messungen hätten ergeben, dass aus dem Hang unterhalb der Deponiehalle kontaminiertes Wasser sickere und in den Roemislochbach fliesse.

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Warnschild bei der Deponie Roemisloch

Warnschild bei der Deponie Roemisloch

bz Basellandschaftliche Zeitung

Allschwil hat am 5. September bei der Deponie Wasserproben genommen und diese untersuchen lassen. Das Labor des basel- städtischen Amts für Umwelt und Energie habe sowohl im unkontrolliert austretenden Hangwasser wie auch in dem mit Aktivkohlefilter gereinigten und in den Bach geleiteten Wasser teils hochgiftige Schadstoffe gefunden, teilte die Gemeinde am Donnerstag mit.

Der Gemeinderat sieht sich aufgrund der Analyseresultate in seinen Befürchtungen bestärkt, dass die Sicherungsmassnahmen ungenügend sind. Die Kommune hatte vor Beginn der Sanierungsarbeiten bei den zuständigen französischen Behörden vergeblich gefordert, dass das Abwasser nicht im Bach landet, sondern gefasst und mit Lastwagen in eine Chemie-Kläranlage transportiert wird.

Allschwil will unabhängigen Experten
Die Erkenntnisse aus der Analyse des Hangwasser stellen aus Sicht von Allschwil nicht nur die Sicherungsmassnahmen in Frage, sondern grundsätzlich die Qualität der Sanierung. Die Gemeinde verlangt nun eine umgehende Reaktion der Verantwortlichen.

Namentlich müsse möglichst rasch verhindert werden, dass weiterhin Deponiesickerwasser den Bach verunreinige, hält die Gemeinde fest. Zudem müsse ein unabhängiger Experte die kurz vor dem Abschluss stehende Sanierung prüfen.

GI DRB: Bessere Wasserqualität

Die GI DRB, in deren Auftrag die Deponie saniert wird, bestätigte am Donnerstag gegenüber der sda, dass der Roemislochbach belastet sei - dies jedoch erwartungsgemäss. Der Bach habe sich schon bei Untersuchungen im Jahr 2006 als belastet erwiesen. Neue Analysen hätten nun gezeigt, dass die Wasserqualität durch die Sanierung «wesentlich verbessert» werde.

Die GI DRB weist zudem darauf hin, dass im Verlauf der Sanierungsmassnahmen bisher ungefasste Grundwasserströme zusätzlich gefasst worden seien. Sie würden via Pump- und Filterbrunnen gereinigt.

Die Deponie Roemisloch liegt 250 Meter vor der Landesgrenze im Einzugsgebiet des Mülibachs, der nach Allschwil fliesst und in einem beliebten Naherholungsgebiet Weiher speist. In der Mischdeponie aus den 50er-Jahren liegen auch Chemieabfälle; auf diese entfallen laut den Verantwortlichen rund 10 Prozent des Volumens von 6000 Kubikmetern.

Umweltschützer und Nachbargemeinden hatten lange Druck für eine Totalsanierung der Deponie gemacht. Die GI DRB als Vertreterin von BASF, Novartis und Syngenta und Sanierungsverantwortliche hatte jeweils beteuert, dass vom Roemisloch keine Gefahr für Mensch, Umwelt und Trinkwasser ausgehe. Die laufende Gesamtsanierung zulasten der Konzerne ist laut der GI DRB freiwillig.