Lausen
Gemeinde sagt Schnellfahrern den Kampf an

Nicht alle Verkehrsteilnehmer respektieren die Regeln in der Begegnungszone Bahnhof Süd. Mithilfe der Polizei will die Gemeinde Lausen das Problem lösen.

Julia Gohl
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Alle sollen Tempo 20 in der Begegnungszone ernst nehmen. Julia Gohl

Alle sollen Tempo 20 in der Begegnungszone ernst nehmen. Julia Gohl

Es regnet in Strömen. Auf der Industriestrasse in Lausen sind weder Autos noch Menschen zu sehen. Es scheint fast unnötig, dass sich auf der Südseite des Lausner Bahnhofs eine Begegnungszone befindet, schliesslich ist hier niemand unterwegs. Ein Blick auf den Kalender erklärt schnell, warum es hier so ruhig ist: Heute ist Sonntag.

Während der Woche sieht es hier ganz anders aus: Angestellte der an der Industriestrasse ansässigen Unternehmen fahren zur Arbeit, Lastwagen liefern Güter oder holen Waren ab, der Bus bringt Leute aus dem gesamten Furlenquartier zum Bahnhof und vom Bahnhof ins Furlenquartier, Anwohner sind unterwegs zur Arbeit – von Ruhe kann dann nicht die Rede sein. Und plötzlich scheint die Begegnungszone doch mehr als angebracht.

«Die Zone ist als verkehrsberuhigende Massnahme gedacht», erklärt Gemeindeverwalter Thomas von Arx. «Als einziger südlicher Zugang zum Bahnhof wird die Industriestrasse von Leuten aus dem ganzen Furlenquartier überquert. Gleichzeitig dient sie als Verbindungsstrasse zum Industriequartier.»

Im Zuge der Verschiebung des Lausner Bahnhofs vom Rand des Dorfes mehr in Richtung Zentrum entstand auch die Begegnungszone auf der Bahnhofssüdseite. Seit 2008 gilt dort: Fussgänger vor Autos und Maximalgeschwindigkeit 20 Kilometer pro Stunde.

Zu schnell unterwegs

Wer einmal eine Theorieprüfung abgelegt oder einen der vielen Artikel über den Sissacher Strichcode oder die Liestaler Altstadt gelesen hat, kennt diese Regeln. Das würde man zumindest meinen. Die Realität sieht aber anders aus. «Einige Fussgänger haben moniert, dass in der Begegnungszone am Bahnhof oft etwas schneller gefahren werde als erlaubt», berichtet Thomas von Arx. «Natürlich wird gerade in einer Begegnungszone die Geschwindigkeit sehr subjektiv wahrgenommen. Da wirkt jemand, der mit 25 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, gleich wie ein Raser.» Trotzdem sei die Gemeinde sehr darum bemüht, hier eine Verbesserung zu erzielen. «Die Probleme sind zwar nicht gravierend, aber sie bestehen – und das werden wir im Auge behalten.»

Zurzeit arbeite die Gemeinde eng mit der Polizei zusammen, um sicher zu stellen, dass sich auch an der Lausner Industriestrasse bald alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten. «Geschwindigkeitskontrollen sind aber leider nicht sehr einfach durchzuführen», weiss Thomas von Arx. «Die Begegnungszone ist sehr klein. Laut der Polizei lassen sich auf so kurzen Strecken nur schwer Tempomessungen durchführen.» Auf so langen Strecken wie etwa dem Strichcode in Sissach sind Geschwindigkeitsmessungen einfacher als auf den wenigen Metern Begegnungszone in Lausen. Die Polizei arbeite aber an einer Lösung.

In der Zwischenzeit nutzt die Gemeinde ihren Amtsanzeiger, um Autofahrer und Co. zu ermahnen. Eine ganze Seite wurde in der letzten Ausgabe den Gesetzen der Begegnungszonen gewidmet. «Manchmal muss man den Leuten eben wieder in Erinnerung rufen, wie es sich in so einer Zone zu verhalten gilt.»