Hölstein
Gemeinde wehrte sich umsonst: Valora macht den Kiosk definitiv dicht

Obwohl der Kiosk in der Gemeinde Hölstein beliebt ist, wird er geschlossen. Damit geht auch ein Stück Hölsteins verloren. Ganz verschwinden tut der Laden allerdings nicht: Er wird als «Znüni-Station» neu eröffnet.

Christian Gentsch
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Schokoladeprodukte in der Auslage eines Kiosks der Valora (Archiv)

Schokoladeprodukte in der Auslage eines Kiosks der Valora (Archiv)

Keystone

Im vergangenen Frühling entschloss sich die Betreiberin der Kiosk-Kette Valora AG, ihren Kiosk in Hölstein aufzulösen. Dies aufgrund der ökonomisch schlechten Lage des Ladens bei der Hölsteiner Station der Waldenburgerbahn. Ein Aufschrei ging durch das Dorf und die Gemeinde versuchte vergeblich mit der Valora AG Kontakt aufzunehmen, um den beinahe 50-jährigen Laden zu retten.

Der Kiosk beim Rössli sei eine beliebte Einrichtung. Mit der Schliessung verschwinde auch ein Stück Hölsteiner Geschichte, vermeldet die Gemeinverwaltung. Aber die Valora AG hat auf die Bemühungen der Gemeinde nicht reagiert. Der Kiosk-Mutterkonzern kündigte im April das Mietverhältnis mit der Archipark AG, der Besitzerin des Gebäudes. Der Muttenzer Konzern schreibt, dass im Rahmen einer regelmässigen Überprüfung der rund 3000 Verkaufsstellen festgestellt wurde, dass der Standort in Hölstein den wirtschaftlichen Anforderungen der Valora AG nicht mehr entsprechen würde. Somit wird der Kiosk im kommenden Oktober definitiv geschlossen. Zur ausbleibenden Kommunikation mit der Gemeinde Hölstein wollte der Presseverantwortliche keine Stellung nehmen.

Neuer Laden, neues Konzept

«Die Valora AG war bei den Verhandlungen äusserst fair und gab uns genügend Zeit, um eine Alternative zu finden», sagt Verena Hofer, Geschäftsleiterin der Archipark AG, und fügt hinzu, dass sie glücklicherweise in der Zwischenzeit für eine Nachfolge habe sorgen können, die den Laden in Eigenregie weiterführen werde.

Das Kiosk-Häuschen befindet sich an der Hauptstrasse unmittelbar vor der Rössli-Bar. Dessen Pächterin, Sandra Hug, wird den Laden im Oktober übernehmen und damit die entstehende Lücke schliessen. «Ich werde aus dem Kiosk eine ‹Znüni-Station› machen, bei der man während der Stosszeit am Morgen etwas zum Essen und Trinken kaufen kann», erklärt die zukünftige Ladenbesitzerin Hug. Sie verstehe, dass der Laden nicht mehr rentiere, da der Kiosk nur zu den Stosszeiten gut besucht war und dies wirtschaftlich für die Valora wohl keinen Sinn mehr machen würde. Darum werde sie ihre «Znüni-Station» auch nur am Morgen öffnen und das Angebot auf das Nötigste minimieren.

Mitarbeiterin erhält neuen Job

Wie Archipark AG mitteilt, gibt die Valora AG den Laden unentgeltlich an die neue Besitzerin weiter. «Auch wir werden Sandra Hug unterstützen und nur einen kleinen Mietzins verlangen, damit der Laden auch in Zukunft bestehen kann. Uns liegt viel daran, das der Kiosk in Hölstein weitergeführt wird», fügt Hofer hinzu. Die Rössli-Pächterin Hug sieht in ihrem zukünftigen «Znüni-Laden» auch eine Möglichkeit, das Restaurant Rössli neu zu beleben. «Am Abend werde ich das gleiche Angebot im Restaurant zur Verfügung stellen, damit die Kunden auch das Haus zum Rössli besuchen, kennenlernen und eventuell sitzen bleiben», erklärt Hug ihr Vorhaben. Somit wird der beliebte Treffpunkt neu belebt und weitergeführt. Die Mitarbeiterin der Kioskstelle wird auch in Zukunft für die Valora weiterarbeiten können.