Reinach
Gemeindebudget 2019: Defizit und düstere Aussichten

Die Gemeinde Reinach plant für das nächste Jahr ein Minus von 1,7 Millionen Franken. Grund sind die weiter zunehmenden Sozialhilfekosten.

Michel Ecklin
Merken
Drucken
Teilen
Reinach blickt finanziell düsteren Zeiten entgegen.

Reinach blickt finanziell düsteren Zeiten entgegen.

Gemeinde Reinach

Auf den ersten Blick sind die Indikatoren des Reinacher Budgets 2019 positiv. Dank der guten Konjunktur rechnet der Gemeinderat bei den juristischen Personen mit 1,9 Millionen Franken mehr Steuereinnahmen. Die Gesamterträge sollen um 2,6 Millionen Franken steigen, so die Prognose.

Durch Einsparungen und Priorisierungen habe man die beeinflussbaren Kosten fast konstant halten können. Sie steigen um 0,8 Millionen, teilt der Gemeinderat mit. Doch ein Faktor trübt die Aussichten: Die Bildungs- und Sozialkosten. Diese kann die Gemeinde kaum selber beeinflussen, sie sind vorgegeben.

Bis zu 4,7 Millionen Minus

Und sie werden 2019 massiv steigen, sodass die Ausgaben insgesamt 2,6 Millionen Franken höher ausfallen als für dieses Jahr budgetiert. Damit sieht die Gemeinde Reinach für 2019 ein Defizit von 1,7 Millionen Franken vor.

Und das ist nicht das Ende der schlechten Aussichten. 2020 könnte das Defizit auf 4,7 Millionen Franken steigen. Ein Grund ist die Steuervorlage 17. Falls diese wie vom Bundesparlament beschlossen in Kraft tritt, müsste Reinach auf ungefähr 4,2 Millionen Franken Steuereinnahmen juristischen Personen pro Jahr verzichten.

Gleichzeitig stehen bis 2023 Investitionen in der Höhe von mindestens 78 Millionen Franken an. Handkehrum darf Reinach damit rechnen, 2,5 Millionen Franken pro Jahr weniger in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen zu müssen.

Moderates Bevölkerungswachstum

Um die Finanzen im Lot zu behalten, sieht der Gemeinderat vor, bei der Bewirtschaftung des Vermögens «die verschiedenen Optionen kritisch zu prüfen», wie er schreibt. Von Bedeutung seien zudem die verschiedenen Quartierplanungen. Dank ihnen strebe man langfristig ein moderates Bevölkerungswachstum an.

Auch will der Gemeinderat die lokale Wirtschaft fördern, zudem plädiert er für «eine vertiefte Überprüfung der Sozial- und Gesundheitskosten», um ausgewogene Gemeindefinanzen zu erlangen.

Letztes Jahr schloss die Gemeinde Reinach ihre Rechnung mit einem satten Gewinn von 10,3 Millionen Franken ab, unter anderem dank einem einmaligen Gewinn aufgrund der Auflösung der Neubewertungsreserven, die der Kanton angeordnet hatte. Damit flossen unerwartet 16,5 Millionen Franken in die Gemeindekasse.

Allerdings war bereits letztes Jahr die Sozialhilfe das Sorgenkind. Sie beanspruchte 800 000 Franken mehr als budgetiert, die übrigen Ausgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich fast ebenso viel.