Baselbiet
Gemeinden haben keine Deadline zur Abgabe der Wahlresultate

Reigoldswil, Buus, Lampenberg und Waldenburg lieferten die Resultate der Stimmauszählung als letzte Gemeinden. Das hatte zur Folge, dass Elisabeth Schneider-Schneiter beim Fototermin noch nicht mit den definitiven Wahlsiegern posieren konnte.

Julia Gohl
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Hier werden die Stimmen noch ohne Software ausgewertet: Auch in 26 Baselbieter Gemeinden hat es am Wochenende so ähnlich ausgesehen wie in der Sporthalle Weissenstein in Bern (Foto).

Hier werden die Stimmen noch ohne Software ausgewertet: Auch in 26 Baselbieter Gemeinden hat es am Wochenende so ähnlich ausgesehen wie in der Sporthalle Weissenstein in Bern (Foto).

Keystone

Ein offizieller Termin stand noch an, bevor die gewählten Nationalratskandidaten am Sonntag feiern konnten: die grosse Medienkonferenz mit anschliessendem Foto der acht Sieger. Anwesend waren allerdings nur sieben. Denn rein rechnerisch war Elisabeth Schneider-Schneiters (CVP) Sitz zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher. Aus vier Gemeinden fehlten die Resultate: Buus, Lampenberg, Reigoldswil und Waldenburg. So war es theoretisch bis zum Schluss möglich, dass die SVP der CVP den Sitz wegschnappt. Schliesslich reichte es für Schneiders Wiederwahl, allerdings nicht mehr fürs Siegerfoto. Denn die Bisherige konnte sich erst sicher fühlen, als aus den letzten beiden Gemeinden die Resultate eintrudelten.

Zu diesen gehörte etwa Reigoldswil. Dort fehlen dem Wahlbüro seit gut einem halben Jahr zwei Mitglieder, wie dessen Präsidentin Rita Bielser erzählt. Deshalb hätten auch Personen mitgeholfen, die bisher noch nie fürs Wahlbüro gearbeitet haben. Hinzu komme, dass in Reigoldswil die Wahlbeteiligung stetig steige. «Das ist zwar erfreulich, bereitet aber auch mehr Arbeit.»

Eliska Weyeneth zeigt sich erstaunt, dass das von ihr präsidierte Wahlbüro in Lampenberg zu den letzten vier gehört, die ihre Resultate eingereicht haben. «Das liegt wohl daran, dass wir lieber langsam arbeiten und mehrfach kontrollieren, als am Schluss einen Fehler zu machen.» Genau so wünscht sich das die Landeskanzlei. «Wann uns die Resultate vorliegen, ist zweitrangig», betont Landschreiber Peter Vetter. «Wichtig ist, dass sie stimmen.» Eine Deadline bestehe nicht. Theoretisch hätten sich die Gemeinden sogar einige Tage Zeit lassen können.

Software erhöht Tempo

Bei den vier «Nachzüglern» handelt es sich um eher kleine Gemeinden. Trotzdem erstaunt es Vetter nicht, dass diese ihre Resultate eher spät einreichen. «Bei ihnen allen wird noch von Hand ausgezählt», erläutert er. So handhaben es 26 Gemeinden im Baselbiet. Die 60 verbleibenden setzten auf die Wahlsoftware «Sesam». Mit dieser gehe das Auszählen schneller. «Reinach etwa als zweitgrösste Gemeinde hat seine Resultate nach meiner Erinnerung schon etwa um 13 Uhr eingereicht.»

Wie die Wahlbüropräsidentinnen aus Reigoldswil und Lampenberg erzählen, sei die Einführung von «Sesam» auch bei ihnen ein Thema gewesen. «Die Gemeinde hat aber entschieden, dass die Anschaffung sowie die damit verbundenen Weiterbildungskurse für einen so kleinen Ort zu teuer sind», so Weyeneth. Der Kanton allerdings hätte Interesse daran, dass alle Gemeinden mit «Sesam» arbeiten. «Wir möchten den Gemeinden vorschlagen, bis 2017 umzustellen», erzählt Vetter. «Das ist auch für die Gemeinden einfacher.» Noch sei nicht vorgesehen, dies per Gesetz zu forcieren, denkbar sei aber selbst das.