FDP-Kandidatur
Gemeindepräsidentin Monica Gschwind will in die Kantonsregierung

Das Kandidatenfeld der Baselbieter Regierungswahlen 2015 wird immer konkreter. Gegenüber der bz hat Monica Gschwind ihr Interesse offiziell gemacht. Die FDP-Landrätin und Hölsteiner Gemeindepräsidentin hofft auf die Nomination durch FDP, SVP und CVP.

Leif Simonsen
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Allmählich lichtet sich das Kandidatenfeld für die Regierungswahlen: Landrat Christof Hiltmann (links) hat kürzlich seinen Verzicht bekannt gegeben, Monica Gschwind (vorne) hingegen will es wissen.

Allmählich lichtet sich das Kandidatenfeld für die Regierungswahlen: Landrat Christof Hiltmann (links) hat kürzlich seinen Verzicht bekannt gegeben, Monica Gschwind (vorne) hingegen will es wissen.

Martin Toengi

So einfach kann man einen Entscheid fällen, der womöglich das Leben verändern wird: «Mich interessiert das Amt. Und mein Mann unterstützt mich bei der Kandidatur für den Regierungsrat voll.» Was braucht es mehr?, fragte sich Monica Gschwind wohl, als die Baselbieter FDP-Parteileitung Interessenten aufrief, sich zu melden. Noch in den Ferien teilte sie ihr mit, dass sie für das Amt zur Verfügung stehe.

Bis heute weiss indes nicht mal Gschwinds näheres Umfeld davon. Ihre Zurückhaltung erklärt sie damit, dass sie die Entscheidung der bürgerlichen Parteipräsidenten nicht beeinflussen wolle. Zur Erinnerung: Noch ist offen, wen die bürgerliche Allianz der CVP, SVP und FDP neben ihren bisherigen drei Regierungsräten ins Rennen schickt. Mit einem vierten Kandidaten soll die klare bürgerliche Dominanz im Landkanton wieder hergestellt werden.

Hinter den gesetzten Regierungsräten Anton Lauber (CVP), Thomas Weber (SVP) und Sabine Pegoraro (FDP) bringen sich nun allmählich weitere Kandidaten in Stellung. Bei der SVP schielen die Landräte Dominik Straumann und Caroline Mall auf einen Sitz in der Kantonsregierung. Bei der FDP hat sich bisher der freisinnige Binninger Gemeindepräsident Mike Keller geoutet. Er machte seine Kandidatur kürzlich gegenüber der «Schweiz am Sonntag» publik. Im Gegensatz zu den SVPlern können die beiden FDP-Kandidaten aber Exekutiv-Erfahrung in die Waagschale werfen. Gschwind ist seit nunmehr 14 Jahren im Hölsteiner Gemeinderat und seit 2012 Präsidentin. Obwohl sie sich mittlerweile auch im Landrat Respekt über die Fraktionsgrenzen hinweg verschafft hat, räumt sie ein: «Ich bin eher eine Exekutivpolitikerin.» Als Generalistin, die man als Gemeindepräsidentin in einer kleinen Gemeinde zwangsläufig sein müsse, bringe sie die Fähigkeiten mit, jede Direktion zu führen. Und trotzdem hat sie Respekt vor der Regierungstätigkeit. «Als Regierungsrat wirst Du nicht geboren.» In dieses Amt wachse man hinein, sagt sie.

Richterich verschläft Deadline

Gschwinds Schicksal liegt jetzt in den Händen der drei Parteipräsidenten Oskar Kämpfer (SVP), Marc Scherrer (CVP) und Christine Frey (FDP). Bis zu den Nominationsveranstaltungen vom 21. August wollen sie sich auf den vierten Kandidaten geeinigt haben. Es dürfte ein hartes Seilziehen bevorstehen, denn neben den Freisinnigen hat auch die SVP ihren Anspruch angemeldet – nur die CVP beschränkt sich auf die Verteidigung des Sitzes von Anton Lauber.

«Neben den Fachkompetenzen kommt es auch auf die Wählbarkeit der Person an», sagt die FDP-Präsidentin über die anstehenden Verhandlungen. Zwar bieten beide Voraussetzungen reichlich Interpretationsspielraum. Und doch hat Frey ein starkes Argument auf ihrer Seite: Bei Majorzwahlen schneiden die Freisinnigen trotz niedrigerem Wähleranteil als die SVP meist besser ab.

Wie viele Kandidaten aus ihrer Partei tatsächlich zur Auswahl stehen, darüber schweigt sich Frey aus: Die Münchensteinerin verrät lediglich, dass «ein paar» Parteimitglieder ihr Interesse bekundet hätten. Bis Mitte Juli waren die Sektionen angehalten, der Parteileitung mögliche Kandidaten zu präsentieren. Nicht mit dabei ist der FDP-Fraktionspräsident Rolf Richterich. Dem Laufner ist ein Lapsus unterlaufen: «Über diese Deadline war ich mir nicht im Klaren», sagt er gegenüber der bz. Er liebäugle durchaus mit einer Kandidatur, habe sich aber noch nicht entschieden. Eine kleine Hintertür steht ihm aber noch offen: «Solange wir im Findungsprozess sind, ist alles möglich», stellt Frey klar. «Gegenüber einem super Kandidaten würde ich mich nicht prinzipiell verwehren.»