Giftmüll und Wasserversorgung
Gemeinderat Muttenz sorgt sich um die Grundwasserschutzzone im Hardwald

In seiner Stellungnahme zur geplanten Abfallbehandlungsanlage Grenzach-Wyhlen moniert der Gemeinderat von Muttenz, dass bei den Sicherheits- und Umweltprüfungen nicht untersucht wurde, wie sich ein Unfall auf die nahen Trinkwasserfassungen auswirkt.

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Was passiert, wenn 300 Meter vom Hardwald, in dem Trinkwasser für die ganze Agglomeration Basel gewonnen wird, in der geplanten Anlage giftige Stoffe entweichen?

Was passiert, wenn 300 Meter vom Hardwald, in dem Trinkwasser für die ganze Agglomeration Basel gewonnen wird, in der geplanten Anlage giftige Stoffe entweichen?

Aus Sicht der Wasserversorgungen im Hardwald ist es ein Manko, dass in den öffentlich aufgelegten Unterlagen zur geplanten Giftmüll-Entsorgungsanlage die Auswirkungen im Falle einer Havarie oder eines Störfalls auf die Trinkwasser-Anlagen der Region nicht dargestellt sind. Dies betrifft einerseits die nur 300 Meter von der Sonderabfallverarbeitung gelegene Grundwasserschutzzone im Hardwald, andererseits auch die weiter unten liegende Rheinwasserfassung für die Infiltration in der Grundwasserschutzzone der Langen Erlen. Dieses Manko hat der Gemeinderat in seiner Stellungnahme gegenüber den deutschen Behörden moniert.

Auf dem Werkgelände der BASF in Grenzach-Wyhlen plant die Firma Zimmermann Sonderabfallentsorgung GmbH & Co. die Errichtung und den Betrieb einer Anlage zur Behandlung von gefährlichen und nicht gefährlichen flüssigen und festen Abfällen mit dem Ziel, wiederverwertbare Stoffe aufzubereiten und nicht wiederverwertbare Abfallkategorien umweltgerecht zu entsorgen. Gestützt auf den Leitfaden Grenzüberschreitende Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung bei umweltrelevanten Vorhaben hat der Kanton Baselland die Umweltverträglichkeitsuntersuchung zum Projekt Abfallbehandlungsanlage Grenzach-Wyhlen öffentlichen aufgelegt.

Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsuntersuchung würden keine bis geringe Auswirkungen durch die Errichtung und den Betrieb der Abfallbehandlungsanlage ergeben, teilt der Muttenzer Gemeinderat mit. Im Normalbetrieb würden keine Grenz-, Richtwerte oder Erheblichkeitsschwellen überschritten. Im Sicherheitsbericht seien die Risiken möglicher Störfalle ermittelt und analysiert worden sowie störfallverhindernde Massnahmen aufgeführt. Indes fänden sich in den umfangreichen Dokumenten keine Aussagen über die Auswirkungen eines Störfalls auf die ca. 300 Meter südwestlich gelegene Grundwasserschutzzone im Hardwald. (bz/dh)