Lausen
Gemeinderätin und Co-Schulleiterin Thüring darf Doppelamt behalten

Trotz Beschwerde darf Co-Schulleiterin Nicole Thüring auch Gemeinderätin sein – jedoch nur mit Auflagen. Noch bis im Sommer 2014 kann sie beide Ämter ausüben. Danach muss sie sich für eines entscheiden.

Simon Tschopp
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Nicole Thüring darf vorläufig Co-Schulleiterin und Gemeinderätin sein.

Nicole Thüring darf vorläufig Co-Schulleiterin und Gemeinderätin sein.

bz

Die Ende April in stiller Wahl gewählte Lausner Gemeinderätin Nicole Thüring hat Anfang Monat ihr Amt definitiv angetreten. Das hätte schon am 1. Juli der Fall sein sollen, doch eine Beschwerde verzögerte dies. Gestern sass Thüring erstmals an einer Gemeindeversammlung am Gemeinderatstisch.

Nicole Thüring ist in Lausen Unterstufenlehrerin und Schulleiterin in einem vierköpfigen Gremium. Eine Lausner Einwohnerin hat im Mai bei der Baselbieter Regierung Beschwerde eingereicht, weil sie der Ansicht ist, dass sich die beiden Funktionen Gemeinderätin und Co-Schulleiterin in die Quere kämen und unvereinbar seien.

Nun hat die Regierung entschieden. Sie habe die Beschwerde Ende August teilweise gutgeheissen, erklärt Gemeindepräsident Peter Aerni. Will heissen: Nicole Thüring darf noch bis Ende des laufenden Schuljahres beide Ämter ausüben. «Im Sommer 2014 wird sie sich aus der Schulleitung zurückziehen», weiss Aerni.

Dies bestätigt Thüring und ergänzt: Auflage der Regierung sei, dass sie als Co-Schulleiterin nichts machen dürfe, was mit der Gemeinde zu tun habe - zum Beispiel Budget. Und dass sie als Gemeinderätin in den Ausstand treten müsse, wenn es um Geschäfte gehe, welche die Schulleitung betreffen. «Die Regierung hat mit ihrem Entscheid die Unvereinbarkeit der beiden Ämter bestätigt», konstatiert Nicole Thüring.

«Zwei Wochen nicht gut geschlafen»

Im Mai sagte die neue Gemeinderätin zur bz, sie würde sich in einem solchen Fall für die Schulleitung entscheiden. Weshalb nun die Kehrtwende? Thüring erklärt: «Der Umschwung erfolgte aus persönlichen Interessen. Ich bin 45 Jahre alt und habe nun die Chance, neben der Schule etwas ganz Neues zu machen. Eine Herausforderung.»

Sie steht dem Departement Soziales vor. Dies liege ihr, meint Nicole Thüring, die der Bürgerlichen Vereinigung Lausen angehört. Die Pädagogin erzählt, dass ihr der Entscheid Nerven gekostet habe. «Zwei Wochen habe ich nicht gut geschlafen.» Das lange Warten auf die Antwort der Regierung störte sie. Anfang Juni hatte der Gemeinderat die Stellungnahme eingereicht, drei Monate später entschied die Regierung. Thüring freut sich aber, dass der Gemeinderat während dieser Zeit an ihr festgehalten hat.

Mit ihrem Beschluss hielt sich die Regierung an ein Urteil des Kantonsgerichts. Im Sommer letzten Jahres entschied das Gericht im «Fall Meschberger», dass Regula Meschberger in Birsfelden nicht gleichzeitig Gemeinderätin und Schulleiterin sein dürfe. Daraufhin gab die SP-Politikerin ihre Leitungsstelle in der Schule auf.