Gemeindeversammlung
Gelterkinder versenken Quartierplan Maren knapp

Mit nur sieben Stimmen Unterschied lehnte die Gemeindeversammlung den Quartierplan Maren ab. Hingegen hiess sie eine Mutation zum Strassennetzplan Wolfstiege gut.

Otto Graf
Merken
Drucken
Teilen
Die Siedlungsentwicklung von Gelterkinden (im Bild Schwimmbad und Tennisplatz) sorgt im Dorf für Diskussionen.

Die Siedlungsentwicklung von Gelterkinden (im Bild Schwimmbad und Tennisplatz) sorgt im Dorf für Diskussionen.

Archivbild

Peter Gröflin, der am Mittwochabend in Gelterkinden als Präsident erstmals eine Gemeindeversammlung leitete, wehte in der mit rund 140 Stimmberechtigten besetzten Halle ein rauer Wind entgegen. Die Anwesenden lehnten den schon im Vorfeld der Versammlung heftig diskutierten Quartierplan (QP) Maren knapp mit 61 gegen 68 Stimmen ab.

Komitee kritisiert Gemeinderat

Der Perimeter der abgelehnten Vorlage umfasst zwei Parzellen zwischen dem Marenweg und der Gemeindegrenze zu Ormalingen und weist eine Fläche von 6000 Quadratmetern auf. Geplant waren 15 Wohnungen in Reiheneinfamilienhäusern, angeordnet in fünf Blöcken zu je drei Wohneinheiten, sowie ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen.

Das Nein der Versammlung bewirkt, dass das Areal künftig wohl nach der Regelbauweise im Sinn der aktuellen Zonenvorschriften überbaut wird.

Ein rund Dutzend Personen zählendes Komitee kritisierte in einer 25-seitigen Dokumentation den gemeinderätlichen Antrag. Dessen Sprecher Heinz Walker warf der Behörde unter anderem vor, sie habe das QP-Verfahren absichtlich in die Länge gezogen. Zudem gebe der Gemeinderat mit 55 Personen, die Anzahl der Leute, die in den 25 Wohnungen Platz fänden, zu tief an. In Tat und Wahrheit sei mit 80 bis 100 Zuziehenden zu rechnen. Gemeinderat Roland Laube dementierte die Behauptungen und hielt fest, der Gemeinderat habe sich genau an die Richtlinien und Vorschriften bezüglich der Quartierplanung gehalten.

Finanzen verursachen Kopfzerbrechen

Auch die Mutation zum Strassennetzplan Wolfstiege war umstritten, wurde aber mit 68 gegen 56 Stimmen angenommen. Hier geht es um den Ausbau der bestehenden Zufahrt von der Kantonsstrasse her über die Brücke über den Eibach. Die Diskussion drehte sich hauptsächlich um Parkplätze, was auch den hohen Nein-Stimmen-Anteil erklärt. Laube stellte klar, dass es in der Vorlage lediglich um die Strassenlinien gehe und nicht um ohnehin separat zu beschliessende Projekte.

Zuvor hiessen die Stimmberechtigten die von Finanzchef Stefan Degen umrissene Jahresrechnung 2020 mit einem Fehlbetrag von fast 1,2 Millionen Franken gut. Wären nicht Vorfinanzierungen aufgelöst worden, ergäbe sich ein Verlust von gar 1,9 Millionen.

Angesichts der düsteren Aussichten sind sich Gemeinderat und Gemeindekommission einig, dass der Finanzhaushalt nur mit einschneidenden Massnahmen ins Lot gebracht werden kann.