Grossprojekte
Gemeindeversammlung: Waldenburgerbahn und Wasserversorgung halten Hölstein auf Trab

Die Waldenburgerbahn (WB), die komplett erneuert wird, und der geplante Austritt aus der Wasserversorgung Waldenburgertal bewegte die Gemeindeversammlung in Hölstein.

Simon Tschopp
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Die Waldenburgerbahn in Hölstein.

Die Waldenburgerbahn in Hölstein.

Martin Töngi

Gemeindepräsident Gabriel Antonutti war nach der zähen Gemeindeversammlung sichtlich erleichtert. Alle Anträge gingen glatt durch, wenn auch nach teils längerer Debatte. Zurücklehnen kann sich der Gemeinderat aber nicht.

«Es wird Diskussionen geben»

«Die Erneuerung der Waldenburgerbahn wird uns in den kommenden Jahren sehr beschäftigen. Es wird Diskussionen geben über die Kosten», sagte Antonutti zur bz. «Auch die Wasserversorgung ist ein langjähriger Prozess. Aus meiner Sicht ist das ein tolles Projekt, das fürs Tal wegweisend sein kann.» Zudem werde die permanent angespannte Finanzsituation die Behörde weiter fordern.

Ausgezeichnet

Rondo und Longhorn geehrt

Die Vereine STG Rondo und Country & Western Club Longhorn haben für ihre Erfolge und ihr Engagement an der Gemeindeversammlung Gratulationen entgegennehmen dürfen. STG Rondo Hölstein, 1990 gegründet, betreibt einen nationalen Stützpunkt für Rhönradturnen. Heuer feierte der Verein seinen bisher grössten Erfolg. Er gewann als Team Schweiz die Goldmedaille an der Rhönrad-Weltmeisterschaft in Salzburg. Dies hat zuvor noch kein Schweizer Team geschafft. Der Country & Western Club Longhorn errang dieses Jahr gleich drei Schweizer Meistertitel – zwei im Axtwerfen, einen im Hufeisenwerfen. Der Club betreibt auch Linedance. Er feiert heuer sein 25-Jahr-Jubiläum. Gemeinderätin Marina Saladin lobte die beiden Vereine und übergab deren Vertretern im Namen der Gemeinde Hölstein eine finanzielle Anerkennung.

Für Gemeindevorhaben im Zusammenhang mit der WB-Erneuerung beantragte der Gemeinderat drei Projektierungskredite von insgesamt 110 000 Franken. Dabei geht es um Anschlussmassnahmen im Bereich Station, um den Ersatz Perrondach sowie um Anpassungen der Fusswege. Fürs Dorf hat die neue WB grosse Auswirkungen: Die Kreuzungsstelle bei der Station wird mit dem neuen Betriebskonzept aufgehoben, und die Haltestellen Hölstein Süd und Weidbächli werden zur Haltestelle Unterfeld zusammengelegt. Die ganzen Bauten von Liestal bis Waldenburg für die Bahn, die von 75-Zentimeter- auf Meterspur verbreitert wird, dürften insgesamt 300 Millionen Franken verschlingen.

Wie schon länger bekannt ist, liebäugelt die Gemeinde Hölstein mit einem Austritt aus der Wasserversorgung Waldenburgertal AG (WVW). Dafür wurden zwei Projektierungskredite von total 80 000 Franken gesprochen. Der zuständige Gemeinderat Rolf Tschudin erklärte, seit 2008 herrsche Stillstand. «Wir kommen nicht weiter mit der WVW.» Zudem hätten Geber- und Nehmergemeinden zu unterschiedliche Interessen. Auch würden Hölstein zwei Quellen vom Kanton abgesprochen. Hölstein plant nun einen Verbund mit Bubendorf, um ein zweites Standbein aufzubauen. Es will sämtliche auf Gemeindegebiet befindlichen Leitungen der Regionalversorgung, insbesondere das gesamte Leitungsnetz der Gewerbezone Bärenmatte, erwerben. Der Kanton unterstützt das Projekt.

«Bis jetzt haben wir aus Bubendorf positive Signale bekommen, von der WVW auch», betont Gemeindepräsident Gabriel Antonutti. Nun müssten die Details erarbeitet werden. «Bis jetzt läuft es gut. Ob wir es aber so realisieren können wie geplant, wird sich zeigen.» Für Antonutti ist klar: «Wir liefern auch weiter Wasser talaufwärts, aber nur gegen Bezahlung.» Für den Gemeinderat brächte die angestrebte Lösung Versorgungssicherheit und einheitlich günstige Wasserbezugspreise.

Lapsus bei Tempo 30

Im Juni ist eine von 220 Personen unterschriebene Petition eingereicht worden, um flächendeckend in allen Wohnquartieren Tempo 30 einzuführen. Die Versammlung hätte mit dem Budget 2018 einen Betrag von 15 000 Franken sprechen sollen, um ein Verkehrsgutachten zu erstellen, das als Grundlage dienen soll. Doch so weit kam es gar nicht.

Ein Versammlungsteilnehmer wies darauf hin, dass der Betrag im Voranschlag gar nicht existiere. Das Suchen ging los. Dann musste Gemeindeverwalter Fritz Kammermann eingestehen, dass der Betrag wegen einer Kommunikationspanne vergessen gegangen war. Er entschuldigte sich für sein Versehen, was die Anwesenden wortlos akzeptierten. Das Geschäft muss deshalb auf die nächste Gemeindeversammlung verschoben werden.