Generalversammlung
Von wegen Widerstandsnest: CVP Baselland segnet Namenswechsel zu «Die Mitte» diskussionslos ab

Lediglich vier Parteimitglieder wagten es, sich zu enthalten, niemand stimmte gegen das Rebranding. Damit folgt die Baselbieter Sektion mittlerweile 14 anderen Sektionen. Dabei hatte sich hier ursprünglich grosser Widerstand angekündigt.

Michael Nittnaus
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Nach dem Ja der Delegierten der CVP Schweiz, sich in Die Mitte umzubenennen, folgen nun nach und nach die Kantonalsektionen mit ihren Entscheiden.

Nach dem Ja der Delegierten der CVP Schweiz, sich in Die Mitte umzubenennen, folgen nun nach und nach die Kantonalsektionen mit ihren Entscheiden.

Donato Caspari

Baselland galt eigentlich als eines der grossen Widerstandsnester. Viele bekannte Parteimitglieder kämpften für das «C» in CVP und wehrten sich gegen die von der Mutterpartei angestossene Umbenennung in «Die Mitte», die im November 2020 auf nationaler Ebene aber doch vollzogen wurde.

Am Montagabend in Pratteln war vom Widerstand aber nichts mehr zu spüren. Die 46 anwesenden Mitglieder sprachen sich fast einstimmig für den Namenswechsel aus. Niemand stimmte dagegen, lediglich vier Personen enthielten sich. Eine grosse Debatte gab es an der Generalversammlung im Kultur- und Sportzentrum auch nicht. Ein Votant monierte bloss, dass man nicht auch gleich noch mit der BDP Baselland fusioniert habe. Somit wird aus der CVP neu «Die Mitte Basel-Landschaft».

«Stahlhelm-Fraktion» zeigte sich erst gar nicht

Dass der Namenswechsel derart glatt über die Bühne gehen würde, war alles andere als klar. Noch im vergangenen September hatten sich 43 namhafte CVPler aus der Region mit einem emotionalen Brief gegen den Wechsel geäussert. An der GV anwesend waren von ihnen aber nur noch Landrats-Fraktionspräsident Felix Keller und Vizeparteipräsidentin Béatrix von Sury. Sie enthielten sich beide, wie auch Vorstandsmitglied Remo Oser. Die sogenannte «Stahlhelm-Fraktion», also der konservative Flügel der CVP, um Ivo Corvini und Walter Jermann, glänzte mit Abwesenheit.

Dazu passte auch, dass bei der Vorstandswahl, die der Mitte-Abstimmung vorausging, mit Claudia Siegel, Silvan Ulrich und Walter Jermann gleich alle drei Kandidaten des konservativen Flügels gar nicht erschienen. Siegel und Ulrich hatten ihre Kandidaturen vor Kurzem «aus persönlichen Gründen» zurückgezogen, wie am Abend bekanntgegeben wurde. Und Jermann sei für den Vorstand seit längerem gar nicht mehr erreichbar gewesen - er scheint untergetaucht. Deswegen wurde seine Kandidatur vom Plenum für nichtig erklärt.

Felix Keller sagte gegenüber der bz im Anschluss zum gerade beschlossenen Namenswechsel: «Im Herzen tut es weh.» Doch es sei gut, dass es ein klarer Entscheid sei. Überglücklich zeigten sich dafür Parteipräsident Silvio Fareri und Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter. Per 1. Januar 2022 wird der Wechsel offiziell vollzogen.