Ersatzwahl
Gerangel: Es wird eine Kampfwahl geben im Muttenzer Gemeinderat

Für einen der zwei leeren Sitze im Gemeinderat interessieren sich fünf Parteien.

Michel Ecklin
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Eins steht jetzt schon fest: Es wird eine Kampfwahl geben im Muttenzer Gemeinderat

Eins steht jetzt schon fest: Es wird eine Kampfwahl geben im Muttenzer Gemeinderat

Kenneth Nars

Eins steht jetzt schon fest: Es wird eine Kampfwahl geben am 23. Juni. Zwei Sitze gibt es im Muttenzer Gemeinderat zu besetzen, nachdem Kathrin Schweizer (SP) in die Kantonsregierung gewählt worden ist und Gemeindepräsident Peter Vogt (CVP) unerwartet seinen vorzeitigen Rücktritt angekündet hat. Anspruch auf die beiden Sitze erheben aber mindestens drei Parteien, vielleicht sogar vier oder gar fünf.

Links scheint alles geklärt. Die SP will Schweizers Sitz mit Yves Laukemann (59) verteidigen. Der Informatik-Chef des Claraspitals hat zwar keine politische Erfahrung, darf aber mit der Unterstützung der gesamten Linken rechnen. Denn die Grünen werden laut Parteipräsident Peter Hartmann wohl keinen eigenen Kandidaten stellen.

Die SVP zögert

Auch FDP und CVP haben Kandidaten gekürt. Mit den Namen an die Öffentlichkeit gehen wollen sie aber noch nicht. Denn es ist denkbar, dass einer verzichten muss zugunsten eines anderen Bürgerlichen. Es laufen nämlich Gespräche unter den bürgerlichen Parteien, um eine gemeinsame Zweierkandidatur zustande zu bringen. Und da müssten entweder die SVP, die FDP oder die CVP in den sauren Apfel beissen. «Unser Ziel ist, gemeinsam mindestens einen für alle wählbaren Kandidaten aufzustellen», sagt FDP-Präsident Daniel Schneider.

Unklar ist allerdings, ob die SVP bei dieser bürgerlichen Zusammenarbeit (Büza) mitmacht. Bis vor kurzem war sie die wählerstärkste Partei, ist aber nicht im Gemeinderat vertreten. «Natürlich hätten wir Anrecht auf einen Sitz», sagt Parteipräsident Markus Brunner. Ein Zweierpaket sei für ihn zwar eine Option. «Aber als bürgerlich bezeichne ich nur uns und die FDP.» Zudem sei die SVP «ein gebranntes Kind». Er spricht dabei Dominik Straumann an, der per stille Wahl in den Gemeinderat nachgerückt war, jedoch bei den Gesamterneuerungswahlen 2016 abgewählt wurde. «Da überlegen wir uns, ob wir jemanden verheizen wollen oder erst an den Gesamterneuerungswahlen nächstes Jahr antreten», sagt Brunner.

Die CVP ihrerseits hat aktuell (mit Vogt) zwei Sitze im Gemeinderat. Das ist gemessen am Stimmenanteil in vergangenen Wahlen eine Übervertretung. «Das Volk soll sagen, ob es will, dass es so bleibt», sagt dazu Parteipräsident Thomas Schaub. Und auch FDP-Präsident Daniel Schneider möchte mit seiner Partei einen Platz im Zweier-Paket belegen. Er legitimiert das folgendermassen: «Die CVP bekäme im Alleingang niemanden in den Gemeinderat, auch die SVP nicht.»

Auch wenn sich die Bürgerlichen zu einem gemeinsamen Zweier-Ticket zusammenraufen können: Am Ende dürfte es wohl nur ein Bürgerlicher schaffen, davon geht sogar FDP-Präsident Schneider aus: «Es ist ein realistisches Szenario, dass in einem zweiten Wahlgang der SP-Kandidat und ein Bürgerlicher es schaffen.»

Spielverderber könnten die Unabhängigen Muttenz spielen. Die Partei befindet sich noch auf Kandidatensuche. Präsidentin Nicole Leu-Seiler erklärt: «Wir möchten schon gerne in den Gemeinderat – nominiert wurde aber noch niemand.»

Gemeindepräsidium

Nur eine sagt «Ja, ich will!»

Die Wahl des Muttenzer Gemeindepräsidenten ist erst im Herbst. Für Franziska Stadelmann (CVP) ist jetzt schon klar, dass sie antreten will: «Ja, ich bin interessiert daran, Gemeindepräsidentin zu werden», sagt sie. Die 59-jährige ist seit 2004 Gemeinderätin. 2016 wurde sie mit dem zweitbesten Resultat wiedergewählt. «Ich bin im Muttenz gut verankert und habe noch viele Ideen, das spüren die Leute», rechtfertigt sie ihre Kandidatur. Sie ist die einzige Bisherige im Gemeinderat, die klar Interesse zeigt.

Ein eindeutiges Nein kommt von zwei Gemeinderäten: Der 65-Jährige Roger Boerlin (SP) verzichtet altershalber. Thomi Jourdan (EVP) will in seinem Departement Hochbau und Planung «noch einiges bewegen und umsetzen». Auch Alain Bai (FDP) hängt an den Finanzen, für die er im Gemeinderat zuständig ist. Fürs Präsidium zu kandidieren, schliesst er aber nicht aus. Vorerst will sich der 26-Jährige über seine berufliche Zukunft Klarheit verschaffen. Joachim Hausammann (Grüne) schliesslich möchte erst die neue Zusammensetzung des Gemeinderats abwarten «und dann, je nach Kandidatur aus dem Kollegium, entscheiden, ob ich mich zur Verfügung stelle».