Arbeitsmarkt
Gipser und Maler im Baselbiet stehen ohne Mindestlohn da

Weil der Gesamt-Arbeitsvertrag ausgelaufen ist, gibt es für Gipser- und Malerbetriebe keine vorgeschriebenen Mindestlöhne mehr. Trotzdem wiegelt die Paritätische Kommission für das Malergewerbe Baselland ab: Dumpinglöhne drohten keine.

Benjamin Wieland
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Kommen die Dumpinglöhne bei den Malern und Gipsern im Kanton Baselland?

Kommen die Dumpinglöhne bei den Malern und Gipsern im Kanton Baselland?

Keystone

Bis Ende 2017 unterstanden die Maler und Gipser im Kanton Baselland einem Gesamt-Arbeitsvertrag (GAV). Das bedeutet unter anderem, dass die Betriebe, die im Kanton tätig sind oder werden wollen, einen Mindestlohn auszahlen müssen.

Der GAV ist jedoch per Ende 2017 ausgelaufen und seither nicht mehr erneuert worden. Das berichtet das «Regionaljournal Basel Baselland» in seiner Morgensendung vom Mittwoch. Gibt es keinen Mindestlohn, könnten einheimische, aber auch auswärtige Unternehmen ihre Leistungen zu Dumpingpreisen anbieten. Die Löhne gerieten dann ins Rutschen.

Kommission widerspricht

Diese Gefahr bestehe nicht, wiegelt nun die Paritätische Kommission für das Malergewerbe Baselland ab. In einer Medienmitteilung vom Mittwoch heisst es, die Arbeitsbedingungen würden unmittelbar nicht unter Druck geraten. Denn die Mitgliedsfirmen des Arbeitgeberverbands wendeten weiterhin die Bestimmungen des GAV an. Für die übrigen Betriebe gelte das Arbeitsgesetz, «und sie müssen orts- und branchenübliche Löhne ausbezahlen».

Die bisherigen laut GAV garantierten Mindestlöhne sind gemäss der Paritätischen Kommission orts- und branchenüblich, weil sie flächendeckend zur Anwendung kamen. Auch Entsendefirmen aus dem Ausland müssten sich an die orts- und branchenüblichen Bestimmungen halten, das würden die flankierenden Massnahmen garantieren.

Einigung bis Herbst in Aussicht gestellt

«Falls allerdings über längere Zeit kein GAV mehr allgemeinverbindlich wäre», schreibt die Paritätische Kommission, «Könnte ein Lohndruck gegen unten entstehen.» Darum werde eine rasche Lösung angestrebt.

Die Sozialpartner seien zuversichtlich, dass damit die minimalen Arbeitsbedingungen bis im Herbst 2018 und weitere Bestimmungen bis Anfang 2019 «wieder für alle Arbeitgeber allgemeinverbindlich erklärt sind».