Fondation Beyeler
Grosser Ansturm auf die Surrealisten

Trotz wunderschönem Spätsommerwetter herrscht in der Fondation Beyeler Gedränge. Sämtliche von der bz angesprochenen Besucherinnen und Besucher zeigen sich von der Ausstellung «Dalí, Magritte, Miró – Surrealismus in Paris» überwältigt.

Andreas Maurer
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Surrealismus-Ausstellung in der Fondation
17 Bilder
Ernst Beyeler im Jahre 2005 in der Ausstellung «Rene Magritte - Der Schlüssel der Träume» vor «La Folie des grandeurs II»
René Magrittes «l'Homme au Chapeau melon»
René Magritte
René Magritte
René Magritte
René Magritte
René Magritte
René Magritte
Bellmer
Dali
Dali
«Femme assise, robe bleue» von Pablo Picasso
Ausschnitt aus Picassos Bild "Nackte, grüne Blätter und Büste" (Archiv)
Picasso-Ausstellung
Pablo Picasso
Das für rund 13,7 Milllionen Franken versteigerte Picasso-Gemälde Das für rund 13,7 Milllionen Franken versteigerte Picasso-Gemälde

Surrealismus-Ausstellung in der Fondation

«Ich habe damit gerechnet, dass sich viele Leute wegen des Wetters und aus Angst vor zu viel Publikum die Ausstellung erst später ansehen wollen – dumm nur, dass ich wohl nicht als Einziger so gedacht habe», meint ein Besucher. Am ersten Tag der Ausstellung «Dalí, Magritte, Miró – Surrealismus in Paris» stehen sich die Leute regelrecht auf den Füssen. Besonders bevölkert ist der Raum, der Salvador Dalí gewidmet ist. Wer die Bilder von der Bank in der Mitte betrachten will, sieht vor allem Menschen von hinten.

Mehrmals geht der Alarm los

Der Eindruck, dass an diesem Sonntag ausserordentlich viele Leute nach Riehen gereist sind, wird durch die relativ kleinen schwarzen Ausstellungsräume verstärkt. Nebenan, im grossen weissen Raum der regulären Beyeler-Ausstellung, verliert sich das Publikum in der Weite, während im Dalí-Raum eine intime Nähe entsteht. Auch zu den Bildern: Manche Nase kommt den detailreichen Traumwelten gefährlich nahe.

Mehrmals piepst deswegen der Alarm oder Aufseher reissen die in die Bilder versunkenen Besucher mit einem Tippen auf die Schulter zurück in die Realität und hinter die Linie am Boden. Auch für die Aufseher ist es kein gewöhnlicher Sonntagseinsatz. «Normalerweise müsste man eine Weltreise unternehmen, um diese Bilder zu sehen, und jetzt sind sie alle in einem Haus. Es ist ein aussergewöhnlicher Moment, hier zu arbeiten», strahlt ein Aufseher.

Ihm fällt auf, dass das Publikum besonders durchmischt ist. Das Spektrum reicht von Familien mit Kleinkindern – «Wie viele Räume sind es noch?» – über modische Kunststudenten bis zu ergreisten Damen. Bei der Segantini-Ausstellung lag der Altersdurchschnitt deutlich höher, erinnert sich der Aufseher.

Bei der aktuellen Ausstellung fällt zudem die Herkunft der Besucher auf: Die leisen Gespräche vor der surrealistischen Kunst werden vor allem auf Französisch und Badisch geführt, Baseldeutsch bleibt die Ausnahme.

Schwer verdauliche Kunst

Sämtliche von der bz angesprochenen Besucherinnen und Besucher zeigen sich überwältigt. «Diese hochkarätige Kunst habe ich bisher nur aus Büchern gekannt, aber noch nie live gesehen. Schön, dass das in Riehen möglich ist», schwärmt eine Binningerin. Eine Deutsche haben die «sexistischen Motive» besonders fasziniert: «Die sind ganz gross herausgekommen – vor allem für die damalige Zeit.» Ein Basler hingegen hat auf noch mehr Verrücktheit gehofft: «Viele der gezeigten Surrealismus-Bilder wirken fast schon normal.»

Für die meisten Museumsgäste ist es zu früh für ein abschliessendes Urteil. «Die Bilderflut hat mich erschlagen. Ich muss die Ausstellung ein zweites Mal sehen», sagt eine Frau. Ein Mann stimmt ihr zu: «Das kann man nicht auf einmal verdauen.»