Läufelfingen
Grosser Bahnhof für das neue Läufelfingerli

Der neue Gelenktriebwagen heisst «Läufelfingerli». Die Bevölkerung hatte nach der Taufe Gelegenheit, den neuen Zug zu besichtigen und auch einen Blick in den Führerstand zu werfen. Dabei durfte das Personal der SBB, insbesondere der Lokführer, viele Fragen beantworten.

Otto Graf
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Das neue Läufelfingerli wurde getauft.
7 Bilder
Gotte Margrit Balscheit und Götti Willi Börlin taufen den Zug auf den Namen Läugelfingerli (5)
NR Daniela Schneeberger, GP Christine Mangold, Gelterkinden, und Willi Börlin (2)
Zugstaufe Läufelfingen 004
Zugstaufe Läufelfingen 019
Gotte Margrit Balscheit und Götti Willi Börlin taufen den Zug auf den Namen Läugelfingerli
Gotte Margrit Balscheit und Götti Willi Börlin taufen den Zug auf den Namen Läugelfingerli (14)

Das neue Läufelfingerli wurde getauft.

Otto Graf

Nach dem Ausbau der Bahnhöfe und Haltestellen am Unteren Hauenstein kommen die Bahnreisenden auf der S9 im Homburgertal endlich in den Genuss von zeitgemässem Rollmaterial. Seit wenigen Wochen verkehrt auf der attraktiven Bergstrecke zwischen Sissach und Olten ein topmoderner Gelenktriebwagen (GTW) aus dem Hause Stadler Rail AG, Bussnang.
Damit nicht genug: Seit dem 31.Juli hat die Region einen «eigenen» Zug. Pünktlich um 18.03 Uhr fuhr der blumengeschmückte Zug auf Gleis 1 in Läufelfingen ein. Gemeinderat Roman Wagner konnte nebst der Dorfbevölkerung auch Ständerat Claude Janiak, Nationalrätin Daniela Schneeberger, Landratspräsident Jürg Degen, Regierungsrat Urs Wüthrich sowie zahlreiche Vertreterinnen des Landrats, aus Gemeinden und der SBB begrüssen.
«Das Läufelfingerli ist das Symbol für eine Erfolgsgeschichte», bekräftigte Michel Berchtold, Leiter Nordwestschweiz und Luzern bei den SBB. Für kleinere Zentren und Randregionen, sagte er weiter, seien gute Verbindungen in die grossen Zentren enorm wichtig. Die neue Komposition werde dazu beitragen, den Begriff «Läufelfingerli» in der ganzen Schweiz zu verbreiten, weil der Zug auch auf anderen Linien fahren werde.
Auch Gemeindepräsident Dieter Forter sprach von einem Freudentag. Mit Blick auf die politischen Auseinandersetzungen um den öffentlichen Verkehr komme das komfortable, klimatisierte Rollmaterial im richtigen Moment. Ein durchgehender Stundentakt mit guten Anschlüssen in Sissach und Olten, so Forter, sei nötig, damit die Leute die Bahn auch benützen. Vielleicht könne der Fahrplan in Zukunft sogar auf den Halbstundentakt verdichtet werden.
Neu auf dem Gleis: Läufelfingerli
Im Rahmen der Bundesfeier auf dem Bahnhofplatz in Läufelfingen hatten die ehemalige Gemeindepräsidentin von Läufelfingen, Margrit Balscheit, und alt Gemeinderat Willi Börlin die Ehre, die neue Komposition auf den Namen «Läufelfingerli» zu taufen. Die Gotte und der Götti des Zuges kämpfen seit vielen Jahren mit viel Herzblut und mit dem Rückhalt einer ganzen Region für die Bahn.
Gerhard Schafroth, grünliberaler Landrat, zeigte sich vom Volkswillen beeindruckt, das Läufelfingerli auf der Schiene zu behalten. Rein betriebswirtschaftlich gesehen, wäre ein Busbetrieb zwischen Sissach und Läufelfingen wohl kostengünstiger, meinte der Einwohnerratspräsident von Liestal. Das sei aber nur die halbe Wahrheit. Doch die Fahrzeit von nur neun Minuten zwischen Läufelfingen und Olten, hob er hervor, rechtfertige den Betrieb der S9.
Die Bevölkerung hatte nach der Taufe Gelegenheit, den neuen Zug zu besichtigen und auch einen Blick in den Führerstand zu werfen. Dabei durfte das Personal der SBB, insbesondere der Lokführer, viele Fragen beantworten. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom Musikverein Läufelfingen unter der Leitung von Regula Gysin und vom Gemischten Chor Buckten, Leitung Susanne Würmli.