Bubendorf
Grünen-alt-Landrätin Esther Maag geht unter die Wirte

Die Grünen-alt-Landrätin Esther Maag investiert zusamme mit Solar-Unternehmer Heinrich Holinger und der Personal-Coach Andreas Spuler in den Gasthof Talhaus in Bubendorf. Die Eröffnung des italienischen Restaurants ist am 17. September.

Oliver Maurer
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Esther Maag will den Landgasthof Talhaus neu beleben.

Esther Maag will den Landgasthof Talhaus neu beleben.

Nicole Nars-Zimmer

Das Talhaus in Bubendorf wird von seinen prominenten Besitzern neu belebt. Es sind dies die Grünen-alt-Landrätin Esther Maag, der Solar-Unternehmer Heinrich Holinger und der Personal-Coach Andreas Spuler. Das Trio ersteigerte das über 13'000 Quadratmeter grosse Gelände und gründete die Talhaus AG. Zuvor hatte die ehemalige Wirtefamilie wegen Schulden verkaufen müssen.

Auf dem Gelände befinden sich mehrere Gebäude, die neu genutzt werden. Im Hauptgebäude betreiben die neuen Pächter Gianluca und Illijana Garigliano zwei Restaurants. Das eine befindet sich im Wintergarten und wird Gourmetkost unter dem Namen Puro anbieten. In der Stube des Gasthofes lockt traditionelle italienische Küche.

Daneben gibt es den grossen Saal, welcher ab Herbst gemietet werden kann. Im oberen Stock wurden die Hotelzimmer renoviert und bereits von Langzeitmietern bezogen. Hinter dem Haus befindet sich der Campingplatz. Dieser ist bereits geöffnet. Am 17. September geht auch das Restaurant in Betrieb.

Weiteres italienisches Restaurant

Doch ein Konkurrent befindet sich nur etwa einen Kilometer weiter: das Restaurant Osteria Tre in Bad Bubendorf. Der ehemalige Arbeitsort der neuen Pächter bietet ebenfalls italienische Küche an. Garigliano äussert sich aber optimistisch: «Ich denke, in der Region gibt es genug Gäste.» Die Kunden würden nicht nach der Distanz, sondern nach dem Gaumen wählen. «Bei uns wird es locker, gemütlich und modern sein», sagt Garigliano.

Ausserdem würden sie sich im mittleren Preissegment bewegen und somit auch von Bad Bubendorf abheben. Trotzdem habe er den Anspruch, auf hohem Niveau zu kochen. Dazu wird die Küche aufgerüstet. «Die Besitzer lassen mir freie Hand», lobt Garigliano. Zum Landgasthof stiess Maag, als sie sich nach ihrer politische Karriere nach neuen Möglichkeiten umsah: «Es war die Abenteuerlust, unternehmerisch tätig zu sein.»

Die Zusammenarbeit zwischen den jetzigen drei Besitzern des Landgasthofes sei vor dem Versteigerungslokal entstanden. «Ich kannte beide aber auch schon vorher», wie Maag einräumt.

Konzerthaus mit Solarzellen

Potenzial ist auf dem Gelände noch vorhanden. «Das Ökonomiegebäude ist wohl eines der grössten überdachten Gebäude im Baselbiet und kann gut als Konzerthaus oder für Anlässe genutzt werden», schwärmt Maag. Doch dieses liege etwa zur Hälfte in einer Landwirtschaftszone. Deshalb hätten sie einen Antrag auf Umzonung eingereicht.

Die Abgeschiedenheit sei ein Vorteil: «Dort draussen stört sich niemand an lauter Musik», sagt Maag. Entwicklungspotenzial hat Maag auch beim Campingplatz entdeckt: «Wir haben vor, diesen winterhart zu machen, damit er ganzjährig benutzt werden kann.» Dazu müssten die sanitären Anlagen umgebaut werden.

Mit Maag als ehemalige Grünen-Landrätin und Solar-Unternehmer Holinger war es absehbar, dass der Gasthof auch ökologisch aufgewertet wird: «Das Dach der Scheune wird mit Solarzellen bestückt», berichtet Maag.

Ausserdem hätten sie auf grünen Strom umgestellt. «Das Baugesuch für das Solardach ist bereits eingereicht.» Zudem haben sie vor, künftig Praktikumsplätze anzubieten. «Dabei sollen Arbeitslose integriert werden», sagt Maag. Der erste Schritt dazu sei gemacht: Eine zuvor erwerbslose Person arbeitet in der Reinigung.

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