Hafen Birsfelden
Der Rheinuferweg bleibt doch offen – aber nicht für Velofahrer

Gute Neuigkeiten für die vielen Menschen, die das Rheinufer in Birsfelden und Muttenz zur Naherholung aufsuchen: Der Bermenweg am Hafen wird wieder geöffnet. Das Ganze hat allerdings einen Haken: Der Weg wird künftig «nur» für Fussgänger offen sein, die Regierung hat am Dienstag ein Velofahrverbot beschlossen.

Hans-Martin Jermann
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Für Fussgänger ist der Rheinuferweg im Hafen Birsfelden ab sofort wieder offen. Dies gilt aber nicht für Velos.

Für Fussgänger ist der Rheinuferweg im Hafen Birsfelden ab sofort wieder offen. Dies gilt aber nicht für Velos.

Kenneth Nars / BLZ

Der Aufschrei war riesig, als die Schweizerischen Rheinhäfen im März die Schliessung des Rheinuferwegs an den Häfen Birsfelden und Muttenz ankündigten. Begründet wurde dies mit Sicherheits- und Haftungsfragen. Im Nu sammelten die Grünen über 800 Unterschriften, im Landrat gab es einen überparteilichen Vorstoss. Dieser Druck hat seine Wirkung nicht verfehlt: Am Dienstag hat die Baselbieter Regierung beschlossen, den Bermenweg für Fussgängerinnen und Fussgänger wieder zu öffnen. Seit Anfang Mai war dieser im Sinne einer provisorischen Lösung jeweils an Sonn- und Feiertagen passierbar. Künftig ist dies wieder jederzeit der Fall – ausgenommen sind wie schon in der Vergangenheit temporäre Schliessungen während des Umschlags sehr gefährlicher Güter.

«Koexistenz der verschiedenen Nutzungen weiterführen»

«Wir sind alle froh, dass wir die seit 70 Jahren bestehende Koexistenz der verschiedenen Nutzungen auf dem Hafenareal weiterführen können», sagt der Baselbieter Kantonsplaner Thomas Waltert. Er hat gemeinsam mit Vertretern der Rheinhäfen sowie der Anstössergemeinden Birsfelden und Muttenz die nun getroffene Lösung ausgehandelt. Diese wurde von der Regierung vollumfänglich aufgenommen. Waltert betont, dass es sich laut Hafenordnung grundsätzlich um öffentliches Areal handelt. Das bedeutet, dass der Kanton auf dem Hafengebiet für polizeiliche Bestimmungen zuständig ist.

Vor diesem Hintergrund hat die Regierung auch ein Velofahrverbot erlassen. Dies hat laut Waltert zwei Gründe: Der enge und an vielen Stellen nicht ausbaufähige Weg würde kaum offiziell als kombinierter Weg für Fussgänger und Velofahrende anerkannt, da er sämtlichen Normen widerspreche. Hinzu kommt, dass sich die von der Hafenwirtschaft eingebrachten Sicherheitsbedenken bei E-Bikes, die mit relativ hoher Geschwindigkeit den Bermenweg passieren, in besonderer Schärfe stellen.

Mit der Beschränkung auf den Fussgängerverkehr könne eine Erhöhung der Sicherheit erreicht werden, findet Rheinhäfen-Direktor Florian Röthlingshöfer.«Das Velofahrverbot ist ein wichtiger Teil der Lösung und aus Hafensicht eine sehr sinnvolle Massnahme, um das Hafen- und Schiffspersonal auf dem Bermenweg zu schützen.» Insgesamt spricht Röthlingshöfer von einer ausgewogenen Lösung, die nicht statisch sein soll, sondern weiter gemeinsam beobachtet werde.

Veloverband kritisiert Verbot als «Zwängerei»

Zumindest aus Sicht der Velofahrenden verschlechtert sich die Situation gegenüber dem früheren Zustand vor März also. Der Verband «Pro Velo beider Basel» kritisiert in einer Mitteilung denn auch die Aussperrung des Veloverkehrs als «Zwängerei». Das Nebeneinander von Fuss- und Veloverkehr habe dort viele Jahre lang gut funktioniert. Die Begründung des Verbots und der Hinweis auf die Sicherheit überzeugt Pro Velo nicht. Bei einer Chemiehavarie wäre man auf dem Velo wohl schneller in Sicherheit als zu Fuss», kommentiert Pro Velo mit sarkastischem Unterton.

In der Mitteilung der Regierung heisst es demgegenüber, dass alle anderen Wege in den Hafenarealen und im Hardwald für Velofahrende weiterhin nutzbar seien. Dazu gehöre auch die kantonale Radroute durch den Hardwald zwischen Birsfelden und Muttenz. Die Grünen Muttenz, Birsfelden und Baselland zeigen sich in einer gemeinsamen Mitteilung «hocherfreut» über die beschlossene Wiedereröffnung des Rheinuferwegs. Sie verweisen auch auf das eidgenössische Raumplanungsgesetz, in dem der öffentliche Zugang zu Flussufern festgehalten ist.