Bakterienbefall
Hallenbad in Oberwil schon wieder wegen Legionellen geschlossen

Oberwil muss sein Hallenbad erneut schliessen und eine Sanierung ins Auge fassen, die wohl noch umfassender sein wird als beim ersten Mal.

Julia Gohl
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Im Duschbereich des Oberwiler Hallenbades wurden Legionellen enteckt. (Symbolbild)

Im Duschbereich des Oberwiler Hallenbades wurden Legionellen enteckt. (Symbolbild)

Keystone

Diese Geschichte kommt einem bekannt vor: Im Duschwasser werden Legionellen entdeckt, das Hallenbad bleibt vorübergehend zu, macht nach einigen Sofortmassnahmen wieder auf und muss seine Türen bald erneut wegen Legionellen schliessen. Letztes Frühjahr ereignete sich dies in Muttenz.

Und jetzt wiederholt sich die Geschichte in Oberwil. Die Gemeinde gab gestern bekannt, dass sie ihr Hallenbad schliessen muss. Denn Legionellen stellen ein Gesundheitsrisiko für die Schwimmbadbesucher dar. Wer diese Bakterien einatmet, kann von Erkrankungen der Atemwege heimgesucht werden, im schlimmsten Fall droht eine Lungenentzündung.

Das erste Mal stellte die Gemeinde Oberwil als Betreiberin des Hallenbads während der letzten Sommerferien Legionellen fest. Sie ging damals davon aus, dass eine defekte Umwälzpumpe Schuld am Befall hat. Diese wurde ausgewechselt und das Hallenbad mit nur kleiner Verzögerung nach den Sommerferien wieder geöffnet. Die Werte waren einwandfrei.
Keine einmalige Fehlfunktion

Nun wurde bei den regelmässig im Oberwiler Hallenbad durchgeführten Messungen jedoch wieder ein erhöhter Legionellenbefall entdeckt. Die betroffenen Leitungen wurden daraufhin sofort desinfiziert. «Hätte zum Beispiel einmal einfach der Boiler nicht richtig funktioniert, hätte diese Desinfektion ausgereicht», sagt Lorenzo Vasella, Kommunikationschef der Gemeinde Oberwil. Allerdings seien bei Nachmessungen wieder Legionellen aufgetaucht. «Da war klar: Wir haben ein grösseres Problem.»

Worin dieses genau besteht, sei noch unklar. Zurzeit fänden entsprechende Abklärungen statt. «Es scheint auffällig, dass die Legionellen jeweils während der Schulferien aufgetreten sind», meint Vasella. In dieser Zeit ist das Hallenbad jeweils geschlossen, die Duschen werden also nicht benutzt. Das könnte auf Probleme mit stehendem Wasser in den Leitungen hindeuten – eine gängige Ursache für Legionellenbefall. Dies ist zurzeit allerdings nur Spekulation. «Bis die genauen Ursachen bekannt sind, können wir nicht einschätzen, welche Sanierungsmassnahmen nötig sind, wie lange diese dauern werden und wie teuer sie ausfallen könnten», so Vasella.

Schulschwimmen fällt aus

Vorgesehen sei, vorerst einige Sofortmassnahmen zu treffen, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Vasella hofft, dass die Gemeinde das Hallenbad in zwei bis drei Wochen wieder öffnen kann. Denn solange es geschlossen ist, muss das Schulschwimmen ausfallen. «Vorübergehend können wir dies überbrücken», weiss Vasella. «Aber wir haben nicht genügend Turnhallen, um längerfristig auf das Hallenbad zu verzichten.» Deshalb sollen die umfangreichen Sanierungsmassnahmen erst in den Sommerferien stattfinden. Dann ist das Bad sowieso zu.

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