Protestaktionen
Harlan laufen die Angestellten von selbst davon

Die beiden Harlan-Standorte in Itingen und Füllinsdorf kommen nicht zur Ruhe. Wie viele der ehemals 539 Mitarbeiter letztlich noch angestellt bleiben, wird immer unklarer.

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Harlan-Angestellte

Harlan-Angestellte

Kenneth Nars

Zusätzlich zu den von der Geschäftsleitung ausgesprochenen 87 Entlassungen, haben sich bisher 41 Angestellte entschieden, selbst zu kündigen. Dies sagte die Harlan-Arbeitnehmervertretung gestern gegenüber der bz. «Und das dürften nicht die Letzten gewesen sein», ist Arbeitnehmervertreterin Marion Wild überzeugt. Noch vor zwei Wochen waren es neun freiwillige Kündigungen.

Für Wild ist der Exodus Ausdruck der grossen Verunsicherung über die Zukunft der Schweizer Konzern-Standorte. Wenig hilfreich sei dabei, dass sich die Geschäftsleitung weiterhin weigere, offen auf die Fragen der Belegschaft einzugehen. «Harlan schweigt, statt uns offenzulegen, ob nun die Entlassungen um die Zahl der freiwilligen Kündigungen reduziert werden», sagt Wild.

Diese Kommunikationsverweigerung wie auch das Sperren gegen einen Sozialplan wollen sich die Angestellten nun nicht mehr gefallen lassen: An einer Betriebsversammlung beschlossen sie vorgestern, mit Protestaktionen zu beginnen, sollte die Geschäftsleitung am Montag nicht einlenken. «Noch werden wir nicht streiken, sondern spontane Protestpausen während der Arbeitszeit einlegen», kündigt Wild an. (mn)