Rekrutierungssorgen
Harzige Suche nach Feuerwehr-Nachwuchs in den beiden Basel

Die Feuerwehren beider Basel haben Mühe, genügend Leute zu rekrutieren. Um den Feuerwehrdienst attraktiver zumachen, stellt der Verband Forderungen an die Politik.

Thomas Immoos
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Nachwuchs gesucht: Die Feuerwehren beider Basel kämpfen mit der Rekrutierung neuer Mitglieder.

Nachwuchs gesucht: Die Feuerwehren beider Basel kämpfen mit der Rekrutierung neuer Mitglieder.

Keystone

Die Zahl der Ortsfeuerwehren im Baselbiet sinkt. Auf Anfang 2011 haben sich zwei neue Feuerwehrverbünde gebildet. Gelterkinden und Tecknau fusionierten zu einem Verbund, die Gemeinden Buckten, Känerkinden, Läufelfingen, Rümlingen, Häfelfingen und Wittinsburg zu einem weiteren.

Seit 1996 ist die Zahl der lokalen Feuerwehrkorps im Baselbiet auf 50 gesunken. Dazu kommen 16 Betriebsfeuerwehren. Im Kanton Basel-Stadt gibt es zwei Berufs-, drei Bezirks- sowie fünf Betriebs- und Werksfeuerwehren

Verändertes Freizeitverhalten

Die Feuerwehrverbünde – inzwischen sind es im Baselbiet 19 – sind eine Folge von Rekrutierungsproblemen. Zwischen 1997 und 2005 sank der Bestand stetig. Leisteten 1997 noch 4524 Personen Feuerwehrdienst, so waren es 2005 nur noch 3039 - das sind knapp 1500 Personen weniger.

Die Gründe für die Nachwuchssorgen sind vielfältig. Ein früherer Basler Bezirksfeuerwehrkommandant hat festgestellt, dass die jungen Leute nicht mehr bereit sind, sich für Freiwilligenarbeit in den Dienst der Öffentlichkeit zu stellen.

Anders sieht es Michael Meier, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Reinach. «Es gibt kein Nachwuchsproblem», sagt er entschieden. Diverse Werbemassnahmen des Verbandes seien erfolgreich gewesen. Vor allem von der seit vier Jahren bestehenden Jugendfeuerwehr Reinach gebe es jedes Jahr drei bis vier Übertritte zur Feuerwehr.

Feuerwehrpflicht am Arbeitsort

Der neue Präsident des Feuerwehrverbandes beider Basel (FVBB), Dominik Straumann, sieht jedoch die Lage nicht in allen Gemeinden so günstig wie in Reinach. In Muttenz, wo er Kommandant ist, kommt es regelmässig vor, dass junge Leute anfänglich Feuerwehrdienst leisten, dann aber wegziehen.

Werbemassnahmen wie die Kampagne «Firefighter wanted» haben zwar mehrere Leute für den Feuerwehrdienst motiviert. Trotzdem sieht Straumann, Fraktionschef der SVP im Landrat, Handlungsbedarf. Hoffnung setzt er in das neue Feuerwehrgesetz, das demnächst im Baselbieter Kantonsparlament beraten wird. So soll es künftig möglich sein, dass Feuerwehrleute nicht mehr am Wohnort, sondern am Arbeitsort ihrer Feuerwehrpflicht nachkommen.

Bernhard Fröhlich, Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, schlägt eine noch weiter gehende Erleichterung vor: «Wer Feuerwehrdienst leistet, soll vom Militärdienst befreit sein.» Eine weitere langjährige schweizweite Forderung ist dagegen im Kanton Baselland bereits umgesetzt, indem nämlich Feuerwehrleute ihren Sold nicht versteuern müssen.