Laufen
Heiliger Zorn wegen Einfahrt: Christkatholiken müssen klein beigeben

Die Christkatholiken in Laufen müssen eine Autozufahrt direkt vor ihrem Gemeindehaus akzeptieren: Ihre Beschwerde wurde am Mittwoch abgewiesen. Nun ist ein Feilschen um Planungsdetails angesagt.

Patrick Rudin
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Die Christkatholiken müssen klein bei geben. (Symbolbild)

Die Christkatholiken müssen klein bei geben. (Symbolbild)

Keystone

Planen und Bauen in einer geschützten Altstadt ist anspruchsvoll. Das ist auch in der Kernzone von Laufen nicht anders: Das Projekt um ein Wohn- und Geschäftshaus in der Viehmarktgasse kommt nur langsam vom Fleck. Gestern wies das Kantonsgericht die Beschwerde eines Nachbarn ab, womit der Quartierplan «Viehmarktplatz» eine Runde weiter ist. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Konkret hatte die Christkatholische Kirche das Planungsverfahren vor das Kantonsgericht gebracht, weil den Christkatholiken die Lage der Ein- und Ausfahrt der künftigen unterirdischen Autoeinstellhalle nicht passte: Diese ist am Nordrand des Areals vorgesehen, direkt neben dem heutigen Gemeindehaus der Christkatholiken. Deren Vertreter betonte gestern an einem Augenschein des Gerichtes in Laufen, zum Gemeindehaus kämen viele Leute, und eine Ausfahrt direkt beim viel benutzten Hintereingang des Gebäudes sei eine gefährliche Situation. Kern der Beschwerde: Der Baselbieter Regierungsrat habe zu wenig geprüft, ob wirklich genügend Raum für Fahrzeuge und Fussgänger vorhanden ist, als er grünes Licht für den Quartierplan gab.

Alle Vorschriften eingehalten

Die fünf Richter sahen das allerdings anders, sie lehnten die Beschwerde einstimmig ab. Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl sagte, die Abstandsvorschriften zur Nachbarparzelle seien erfüllt, der Quartierplan sei durchaus zweckmässig. Sein Richterkollege Markus Mattle wies darauf hin, dass die heute bestehende oberirdische Ausfahrt deutlich breiter sei. Gerichtspräsidentin Franziska Preiswerk betonte zusätzlich, das Gericht könnte in solchen Fällen lediglich Rechtsfehler korrigieren, nicht aber etwa sinnvollere Planungen aufzeigen.

Tatsächlich bleibt den Besuchern des Gemeindehauses ein Trost: Im Baubewilligungsverfahren können Details vorgeschrieben werden, um die Zufahrt zu entschärfen: Vertreter aller Parteien deuteten gestern am Augenschein an, der Gehweg könnte von der Fahrbahn mit Bepflasterungen oder Hecken abgegrenzt werden, auch Bäume wären denkbar, um den Fahrweg der Autos in Richtung Süden vorzugeben. Dichter Verkehr ist sowieso nicht vorgesehen, die Einstellhalle soll nur der Wohnnutzung dienen.

Sollte man sich in diesen Details nicht einigen, wäre allerdings erneut eine Einsprache möglich. Die Lage der Einstellhalle ist mit dem Quartierplan nun hingegen zementiert. Das Sonderverfahren mit dem Quartierplan war nötig geworden, weil der Neubau dreistöckig werden soll; erlaubt wären nach Zonenreglement in diesem zentralen Teil des Laufner Stedtli nur zwei Stockwerke.

Ursprünglich wollten die Bauherren die Tiefgarage direkt auf die Rennimattstrasse hinaus führen, doch der Kanton erlaubt dies auf Hauptstrassen nur in Ausnahmefällen. Ausserdem hat auch der Denkmalschutz sein Veto eingelegt. Grund: Die Einhausung der Einfahrt wäre direkt an der alten Stadtmauer zu liegen gekommen. Bei der jetzt gefundenen Lösung soll die Stadtmauer nicht nur erhalten bleiben, sondern auch ein heute verborgener Teil künftig wieder sichtbar werden. Für Laufen geht es bei der Überbauung um die grösste noch verbliebene freie Fläche in der Kernzone.