Öffentlicher Verkehr
Heimatschutz und WWF sind nicht gegen den Margarethenstich – haben aber Einsprache erhoben

Der Basler Heimatschutz und der WWF möchten das Tramprojekt verbessern – nicht grundsätzlich infrage stellen.

Julia Gohl
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WWF und Heimatschutz haben zwar Einsprach erhoben gegen, sind aber eigentlich für das Projekt.

WWF und Heimatschutz haben zwar Einsprach erhoben gegen, sind aber eigentlich für das Projekt.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Eines betonen der Basler Heimatschutz und der WWF Region Basel: Auch wenn sie Einsprache in Sachen Margarethenstich erhoben haben, geht es ihnen nicht um das Projekt als solches. «Im Gegenteil», sagt Claude Wyler, Co-Präsident des WWF Region Basel. Und auch Christof Wamister, Präsident des Basler Heimatschutzes, hält fest, dass es dem Heimatschutz nur um eine Optimierungseinsprache gehe.

Bloss ein kleiner Teil des für den Heimatschutz relevanten Geländes rund um den Margarethenstich liegt auf Basler Boden: Die Mauer, die den Hang gegen das Dorenbachviadukt abstützen soll. Genau um diese sorgt sich der Basler Heimatschutz. Gemäss Vorprojekt ist die Stützmauer eine mit Keramikplatten verkleidete Betonkonstruktion. Kostenpunkt: 900 000 Franken.

Dieser Preis sorgte in der Landratsdebatte im Februar mächtig für Diskussionen. Die Regierung versprach damals, nochmals mit dem Bund über die Mauer zu verhandeln. «Wir wollen verhindern, dass es aus Spargründen plötzlich bei einer riesigen Betonmauer bleibt», so Wamister.

Diese Befürchtung teilt man beim WWF. «Es gilt auch in einer Gesamtsicht eines erweiterten Landschaftsschutzes, dass die Mauer von hoher Qualität auszugestalten ist», schreibt dieser in seiner Einsprache. Sie sei «mit natürlichen ortsnahen Materialien oberflächlich zu verkleiden». Der Heimatschutz fordert, die Gestaltung gemäss Vorprojekt im Ausführungsprojekt festzuschreiben. Für die Verkleidung «sollten Steine oder Platten gewählt werden, welche der speziellen Situation zwischen Stadt und Kulturlandschaft Rechnung tragen».

Über Margarethenstich-Kredit wird an Baselbieter Urne entschieden

Über die Finanzierung der geplanten Tramverbindung Margarethenstich zwischen Binningen und Basel wird im Baselbiet abgestimmt. Am Mittwoch wurde das Referendum gemäss einem Komiteesprecher mit 3472 Unterschriften eingereicht.

Innert fünf Wochen seien die Unterschriften im ganzen Kanton gesammelt worden, teilte das Komitee mit. Das Referendum richtet sich gegen einen Landratsentscheid vom 9. Februar 2017 für einen Verpflichtungskredit von 14 Millionen Franken zur Realisierung. Diesen hatte das Kantonsparlament mit grossem Mehr bewilligt.

Wann die Stimmberechtigten im Kanton entscheiden können, ist noch offen. Nächste mögliche Abtimmungstermine sind der 24. September und der 26. November. Beide sind schon recht befrachtet, wie bei der Landeskanzlei zu erfahren war. Den Termin legt die Regierung fest, sobald die Unterschriften beglaubigt sind - nötig sind 1500 gültige.

Der Margarethenstich soll eine schnellere und direkte ÖV-Verbindung aus dem Leimental zum Bahnhof SBB ermöglichen. Die rund 300 Meter neuen Schienen liegen fast ausschliesslich auf Stadtboden. Baselland trägt zwei Drittel der Kosten, Basel-Stadt einen Drittel. Im Januar 2015 hatte der Basler Grosse Rat 11,4 Millionen Franken bewilligt.

Die Baselland Transport (BLT) AG soll die neue Verbindung betreiben. Neu wird die Linie 17 von Ettingen BL dort vorbei zum Badischen Bahnhof fahren. Zum Projekt gehört der Umbau der Tramhaltestellen "Dorenbach" und "Margarethen". Vom Bund wird ein Beitrag von 40 Prozent erwartet; die BLT soll zwei Millionen beisteuern.

Die Gegner des Margarethenstich-Tramprojektes kritisieren unter anderem die Kosten und negative Auswirkungen auf den motorisierten Individualverkehr. Sie schlagen als Alternative eine Linienführung via Heuwaage-Markthalle vor. (sda)

17 Bäume sollen erhalten bleiben

Der WWF möchte weiter die Fällung von 17 Bäumen an der «städtebaulich wichtigen Allee» Margarethenstrasse verhindern, die im Zuge der Errichtung einer Haltestelle für Tram und Bus nach Behindertengleichstellungsgesetz nötig würde. «Wir sind überzeugt, dass sich eine behindertengerechte Combi-Haltestelle auch ohne Baumfällung realisieren lässt», sagt Wyler.

Schliesslich geht es dem WWF auch um die gefährdeten Schnecken, die wegen des Projekts umgesiedelt werden müssen: Die Ersatzstandorte sollen ins Inventar der geschützten Naturobjekte aufgenommen werden, so der WWF. Ausserdem fordert er regelmässige Erfolgskontrollen und die Definition von Massnahmen im Falle eines Misserfolgs.

Auch beim Baselbieter Heimatschutz, auf dessen Zuständigkeitsgebiet bis auf die Stützmauer ein Grossteil der geschützten Landschaft und Denkmäler liegt, war die Möglichkeit einer Einsprache Thema. Im Gegensatz zu den Basler Kollegen habe man sich aber dagegen entschieden, wie Präsident Ruedi Riesen sagt. «Für uns geht der öffentliche Verkehr vor. Ausserdem stört das Projekt das Gesamtensemble auf dem Margarethenhügel unseres Erachtens nicht wesentlich.»