Herbstsynode
Den Baselbieter Reformierten fehlen Geld und Mitglieder

Die Herbstsynode der Reformierten Kirche Baselland muss sich primär mit negativen Zahlen auseinandersetzen.

Simon Tschopp
Drucken
Teilen
Die Kirche von Tenniken.

Die Kirche von Tenniken.

Archivbild: Kenneth Nars

Geld und nicht Geist und Glaube steht im Zentrum der Herbstsynode der Reformierten Kirche Baselland. Am Freitag trifft sich das Parlament in Pratteln und berät unter anderem über Budget, Finanzausgleich und Finanzplan.

Loch im Budget 2022

Der Voranschlag 2022 rechnet bei einem Gesamtaufwand von rund 20 Millionen mit einem Verlust von 265’000 Franken. Fürs laufende Jahr wurde noch ein Fehlbetrag von 65’000 Franken budgetiert, die Rechnung 2020 hatte gar einen Gewinn von 840’000 Franken ausgewiesen. Mit den sinkenden Mitgliederzahlen – jährlich um die zwei Prozent – reduziert sich auch der Kantonsbeitrag. Im Gegensatz dazu können die Reformierten im kommenden Jahr jedoch mit gleichbleibenden Kirchensteuern der juristischen Personen rechnen.

«Aktuell fahren wir kein Sparprogramm, aber natürlich werden im Rahmen der Budget- und Finanzplanung die einzelnen Aufgaben jeweils genau angeschaut.»

Dies erklärt die Informationsbeauftragte Stephanie Krieger. Auf Anfang 2022 treten die neue Kirchenverfassung, die neue Kirchenordnung sowie die neue Finanzordnung in Kraft. Damit rüstet sich die Reformierte Kirche Baselland für die Zukunft. Die neuen gesetzlichen Grundlagen bieten Kirchgemeinden und deren Mitgliedern gewisse Freiheiten.

Laut Krieger geht es nicht primär darum, «den Mitgliederrückgang zu stoppen, sondern als Kirche unseren Fokus dort zu legen, wo es nötig und relevant ist». Auch wenn die Mitgliederzahlen zurückgingen, heisse das nicht automatisch, dass die Kirchen keine Bedeutung mehr hätten. Der Rückgang setzt sich zu je einem Drittel aus Todesfällen, Wegzügen und Austritten zusammen.

Finanzplan mit tiefroten Zahlen

Auch in ihrem Finanzplan 2023 bis 2025 prognostiziert die Kantonalkirche Defizite: 785’000 Franken, gar 1,2 Millionen und 575’000 Franken. Die sinkenden Kantonsbeiträge und die hohen Ausfinanzierungs- und Sanierungskosten der Pensionskasse, welche die Rechnung noch bis 2024 belasten werden, schenken gewaltig ein. Um diese Verluste aufzufangen, muss vom Eigenkapital gezehrt werden. Dieses beträgt derzeit knapp drei Millionen Franken.

Dennoch investiert die Landeskirche in künftige Projekte. So wird für die Jugendarbeit in den kommenden vier Jahren 280’000 Franken aufgewendet. Für die Projektausarbeitung einer ökumenischen Altersheimseelsorge sind im Budget für nächstes Jahr 35’000 Franken eingestellt.

Aktuelle Nachrichten