Pratteln
Hermann Alexander Beyeler will neues Quartier für 2400 Menschen

Hermann Alexander Beyeler hat nördlich des Bahnhofs in Pratteln Grosses vor: Dort will der Unternehmer einen neuen Ortsteil hochziehen.

Benjamin Wieland
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Hermann Alexander Beyeler will in Pratteln einen neuen Ortsteil bauen.

Hermann Alexander Beyeler will in Pratteln einen neuen Ortsteil bauen.

Pratteln hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt, und ein Ende ist nicht abzusehen – im Gegenteil: Der Unternehmer Hermann Alexander Beyeler plant im Norden der Gemeinde eine Überbauung mit 1200 Wohnungen. Wie die «Basler Zeitung» in ihrer gestrigen Ausgabe schreibt, könnten auf dem 83 000 Quadratmeter grossen Gelände dereinst 2400 Menschen wohnen. Das wäre ein Anstieg von Prattelns Bevölkerung um 15 Prozent. Derzeit wohnen in der Agglomerationsgemeinde etwas mehr als 16 000 Menschen.

Im neuen Quartier sollen aber nicht nur Wohnungen entstehen. Laut «BaZ» sind auch Gewerbeflächen, Restaurants, Hotels, öffentliche Ausstellungsräume sowie ein Geriatriezentrum vorgesehen.

Der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder (FDP) sagt auf Anfrage der bz, der Gemeinderat sei Anfang April aus erster Hand über das Projekt informiert worden, dies im Rahmen eines Strategietags. Für ihn seien die Ideen nicht ganz neu gewesen, er habe kurz nach seinem Amtsantritt im Juli 2016 vom Vorhaben erfahren. «Wir begrüssen die Areal-Entwicklung», sagt Burgunder. «Es sind ja erst die Grundzüge bekannt, und das Projekt ist auf 30, 40 Jahre Realisierungsdauer ausgelegt. Was wir bisher gesehen haben, hinterliess aber einen guten Eindruck.» Es handle sich um eine «einmalige Chance» für Pratteln.

Investor, Kunsthändler, Aussteller

Der zu überbauende Perimeter liegt nördlich des Bahnhofs. Es handelt sich um das frühere Gelände der Industriefirma Buss sowie um das sogenannte Wasa-Areal. Dieses kaufte die Buss Immobilien und Service AG Ende 2014, sie vergrösserte damit den Buss-Park um einen Drittel.

Hermann Alexander Beyeler ist Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Buss Immobilien. Er ist nicht nur als Investor, sondern auch als Aussteller in Erscheinung getreten. So initiierte er die Biennale Pratteln auf dem Buss-Areal, die Kunstausstellung fand im März zum ersten Mal statt. Und der 2008 in Angriff genommene «Anaxo»-Komplex beherbergt nicht nur ein 5-Sterne-Hotel und Gewerberäume, sondern auch eine Galerie. Der Ceres Tower, der in Kürze bezogen wird, geht ebenfalls auf Buss Immobilien zurück. 2015 jedoch verkaufte die AG das Projekt samt Grundstück der Credit Suisse.

Burgunder ist eine städtebauliche Gesamtsicht wichtig: «Die Neubauten müssen sich ins Bestehende einfügen.» Voraussetzung für die Erschliessung sei ein Verkehrs-Gesamtkonzept, denn es brauche eventuell neue Erschliessungsstrassen. Die Gemeinde wünscht sich ausserdem attraktive Verbindungen für Fussgänger und Velofahrer sowie einen öffentlich zugänglichen Park. Dies sei dem Bauherrn bereits mitgeteilt worden.

Die Dimensionen des Projekts bedingen einen Quartierplan. Das bedeutet, dass auch der Einwohnerrat sich einbringen kann. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Volksabstimmung, etwa im Fall eines Referendums gegen den Quartierplan.