Hölstein
Hier trifft und sieht man sich: Das gibt es in der umgebauten Zehntenscheune

In der frisch umgebauten Zehntenscheune in Hölstein gibt es ein Café, Brot und Uhren sowie betreutes Wohnen.

Simon Tschopp
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Fabian Wetter (links) von Schmid Immobilien AG Oris und Architekt Andreas Scherer vor der Zehntenscheune.

Fabian Wetter (links) von Schmid Immobilien AG Oris und Architekt Andreas Scherer vor der Zehntenscheune.

Kenneth Nars

Bald wird die Zehntenscheune belebt. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude war zuletzt Lagerraum eines Gipsergeschäfts. Nun finden darin ein Café-Restaurant mit Bäckerei-Verkaufsladen sowie betreutes Wohnen Platz.

Der Charakter des einstigen Ökonomiegebäudes ist weitestgehend geblieben. Das mächtige Scheunentor dient als Haupteingang, im Innern fallen primär das heimelige Dachgebälk mit seinen Sparren sowie die ideale Nutzung des riesigen Volumens auf.

«Wir fanden rasch einen Konsens»

Eigentümerin und Bauherrin Schmid Immobilien AG Oris und Architekt Andreas Scherer arbeiteten mit der kantonalen Denkmalpflege zusammen. «Wir konnten rechtzeitig miteinander die wesentlichen Punkte besprechen und fanden rasch einen Konsens», erzählt Scherer. Dies war Voraussetzung, um sich für die neue Nutzung zu entscheiden und die Bausubstanz authentisch zu erhalten.

Für den Liestaler Architekten gehörten zu den Herausforderungen, «dass man den Wohnwert in einer alten Scheune hinbekommt». Wichtig sei die positive Haltung, mit den vorgegebenen Strukturen zu arbeiten. Dann suche man automatisch nach Nutzungsstrukturen, die zu den Gebäudestrukturen passten.

Die Erfolgsaussichten sind verheissungsvoll

Der obere Bereich, sechs Einzimmer- und zwei Zweizimmer-Wohnungen, ist an die Spitex Seeblick vermietet. Die Räumlichkeiten sind für zehn Pensionäre ausgelegt. Mit 4000 Franken Monatspauschale seien die Wohnungen «sehr erschwinglich», sagt Fabian Wetter von der Eigentümerin, «verglichen mit einem Altersheim ist dies sicher ein Drittel günstiger.» Gedacht ist die Einrichtung auch für Reha-Patienten, die ein paar Wochen oder Monate hier wohnen.

Die Bangerter Bäckerei- Konditorei AG eröffnet ihren fünften Standort am kommenden Montag. Konzept, Grösse und Angebot sind vergleichbar mit ihrem Hauptsitz in Lausen. Die Erfolgsaussichten in Hölstein sind verheissungsvoll. Seit drei Monaten schon bedient hier die Bäckerei ihre Kundschaft aus dem Bangi-Mobil. «Sie wurde völlig überrollt. Die Leute freuen sich extrem, dass etwas Neues kommt», betont Wetter.

Sogar die ortsansässige Uhrenfabrik Oris konnte ins Boot geholt werden. Sie habe Interesse an einer Shop-in-Shop-Lösung gezeigt, verrät Andreas Scherer. Deshalb betreibt Oris nun im Raum der Bäckerei im Erdgeschoss eine Lounge, wo sie Uhren ausstellt, die auch gekauft werden können.

Die Gemeindepräsidentin findet lobende Worte

Die in Füllinsdorf domizilierte Schmid Immobilien AG Oris – letzterer Name ist reiner Zufall und hat nichts mit der Uhrenfabrik zu tun – erwarb die Liegenschaft 2017. Sie investierte 4,5 Millionen Franken ins ganze Projekt. Ursprünglich hätten in der umgebauten Zehntenscheune Bewohner des Altersheims Brunnmatt in Liestal untergebracht werden sollen. Dieser Plan fiel aber ins Wasser, weil das Altersheim seinen Erweiterungsbau abblies, was Folgen für das Vorhaben in Hölstein hatte.

Im Erdgeschoss wurde es komplett anders, im oberen Teil mit Dachgeschoss gab es weniger Änderungen. «Das verzögerte unser Projekt um mehrere Monate und war auch mit Kosten verbunden», erklärt Andreas Scherer.

«Wir sind sehr erfreut, dass die unter kantonalem Denkmalschutz stehende Liegenschaft erneuert worden ist und nun auf so attraktive Weise genutzt werden kann», erklärt Hölsteins Gemeindepräsidentin Andrea Heger. Ein grosses Plus sei, dass das Dorf nach der Schliessung der Bäckerei Krattiger wieder eine Bäckerei habe. «Und dank der Wohnungen mit Altersbetreuung können Hölsteiner länger hierbleiben», sagt Heger.