Hitzige Debatte
«In der Feuerwehr brennt es»: Liestaler Einwohnerrat befürwortet eingeleitete Schritte

Das Liestaler Ortsparlament hat den Untersuchungsbericht der Geschäftsprüfungskommission diskutiert. Nicht alle waren sich einig über den Zustand der Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr.

Kelly Spielmann Jetzt kommentieren
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Die Geschäftsprüfungskommission setzte sich mit der Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr Liestal auseinander.

Die Geschäftsprüfungskommission setzte sich mit der Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr Liestal auseinander.

Archivbild: Roland Schmid

Er führte bereits im Vorfeld der Einwohnerratssitzung vom Mittwoch zu Debatten: der Untersuchungsbericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zur Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr Liestal. In diesem gibt die GPK sechs Empfehlungen ab: Sie fordert etwa, dass die Kosten des Zweckverbands sinken, die Gespräche mit den Nachbargemeinden weitergeführt werden und in Zukunft auch Milizfeuerwehrleute in der Betriebskommission vertreten sind.

Die Kommunikation solle optimiert und die Kader wie auch das Restkorps besser eingebunden werden. Zudem fordert die GPK eine Mediation durch einen unabhängigen Mediator sowie dass ein unabhängiger Experte die Prozesse begutachtet.

Auch bei den Parlamentarierinnen und Parlamentariern kochten die Emotionen hoch, als der Bericht besprochen wurde. Grundsätzlich einig war man sich, dass es richtig ist, dass der Stadtrat und die Betriebskommission der Feuerwehr tätig geworden sind: Eine Aussprache – geleitet durch einen externen Mediator – zwischen dem Milizkader, dem Kommando und der Betriebskommission hat bereits stattgefunden.

Wie viel Unruhe herrscht wirklich?

Weniger Einigkeit zeigte sich in der Frage, wie viel Unmut intern tatsächlich herrscht. «Es ist wichtig, dass die Betriebskommission abklärt, wie weit diese Unzufriedenheit verbreitet ist», so Bernhard Bonjoiur (SP). Und Denise Meyer (SVP) hofft, dass die Unzufriedenen vortreten, statt anonym zu bleiben, «und dass so wieder Ruhe in der Feuerwehr einkehrt».

Markus Rudin (SVP) betonte, wie wichtig ebendiese Ruhe in der Feuerwehr sei: «Wenn man ins Feuer reinmuss, dann muss man einander vertrauen. Wenn das Vertrauen nicht mehr da ist, kann es sein, dass irgendwann ein Einsatz schiefgeht. Das wollen wir verhindern.»

Man solle ernst nehmen, was im Bericht steht, so Rudin. Diejenigen Offiziere, welche die Feuerwehr nun verliessen – es handelt sich um rund ein Drittel –, könne man zwar nicht mehr aufhalten. Aber es gelte, solche Situationen künftig zu vermeiden.

Lehren aus der Vergangenheit ziehen

Philipp Franke (Grüne), Mitglied der GPK, erklärte: «Wir konnten wahrscheinlich nicht die ganze Wahrheit abbilden.» Man habe nur einen Teil der Leute anhören können, was zu einem Teil der Wahrheit geführt habe. «Aber das hat gereicht, dass diverse Alarmglocken klingeln.» Dass die Betroffenen sich an die Presse und die GPK wandten, zeige, dass es kein entsprechendes Ventil für sie gegeben habe. Franke: «Ich bin froh, dass dieser Mediationsschritt eingeleitet wurde.»

Die zuständige SP-Stadträtin Pascale Meschberger betonte, dass die meisten Empfehlungen bereits umgesetzt sind oder im Begriff sind, umgesetzt zu werden. «Wir wollen Lehren aus der Vergangenheit ziehen und nun vorwärtsgehen.»

Das Parlament hat den Bericht mit 36 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung zur Kenntnis genommen.

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