Hochbau
Grünes Licht für prominenten Turm in Birsfelden

Die Gemeindeversammlung hat den Quartierplan Birseckstrasse genehmigt. Damit wird ein weit sichtbares, 73 Meter hohes Wohnhochhaus erstellt – der Startschuss für die breit angelegte Umwandlung der Gemeinde.

Michel Ecklin
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Wird von weitem sichtbar sein: das geplante Wohnhochhaus an der Birseckstrasse in Birsfelden.

Wird von weitem sichtbar sein: das geplante Wohnhochhaus an der Birseckstrasse in Birsfelden.

Visualisierung: Harry Gugger Studio

Birsfelden erhält ein neues Wahrzeichen. Im Dreieck zwischen Birseckstrasse und Birs wird ein 73 Meter hohes Wohnhaus erstellt, das von weitem sichtbar sein wird. Daneben sind zwei tiefere Wohnbauten vorgesehen. Insgesamt sollen rund 150 neue Wohnungen entstehen. Dazwischen wird es einen öffentlichen Park mit Spielplatz und Zugang zur Birs geben.

Das grüne Licht für diesen Leuchtturm gab die Birsfelder Gemeindeversammlung am Montagabend, indem sie den entsprechenden Quartierplan genehmigte, mit grossem Mehr und nur wenigen Gegenstimmen. «Das ist ein guter Wurf», so brachte ein Stimmbürger die Haltung der Mehrheit im Saal auf den Punkt. Ein anderer meinte:

«Bei einer Ablehnung kommt nichts Besseres heraus.»

Zuvor hatte Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP) eine Stunde lang eine Reihe von Vorteilen für die Gemeinde erläutert, die man mit den Eigentümern ausgehandelt habe: Neben dem Park, der einige ökologische Anliegen berücksichtigt, ist das die gegenüber der kantonalen Norm tiefere Anzahl Parkplätze.

Referendum unwahrscheinlich

Zudem ist ein Wohnungsmix vorgesehen, mit 20 Prozent günstigen Mieten, wie vom kommunalen Reglement vorgeschrieben. Als Entschädigung für den zugestandenen Mehrwert erhält die Gemeinde von den Bauherren eine Million Franken. «Wir haben recht gezerrt, bis wir uns einig waren», so wertete Hiltmann den Quartierplan.

Gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung kann das Referendum ergriffen werden. Doch danach sieht es nicht aus. Fundamentalopposition kam an der Gemeindeversammlung jedenfalls nicht auf, Änderungsanträge wurden keine gestellt.

Allerdings listeten einige der 158 Stimmberechtigten im Saal einige Kritikpunkte auf, die bereits im Vorfeld aufgetaucht waren, etwa bezüglich Schattenwurf des Hochhauses. Insbesondere bemängelte eine Vertreterin der Grünen, das vorgesehene ökologische Label sei nicht streng genug. Ein Stimmbürger meinte, Einwände aus dem Mitwirkungsverfahren seien kaum berücksichtigt worden.

80 Mieter müssen raus

Ebenfalls angesprochen wurde, dass rund 80 vor allem ältere Mieter der abzureissenden Altbauten ihre Wohnung verlieren. Hiltmann machte aber deutlich, dass die Alternative zum Quartierplan voraussichtlich nicht der Erhalt der bestehenden Bauten sei, sondern die Regelbauweise –

«und da kann dann die Gemeinde nicht mitreden und keine Vorteile herausholen».

Wird der Quartierplan rechtskräftig, bedeutet das einen ersten bedeutenden Schritt in Richtung der Umwandlung Birsfeldens, die der Gemeinderat anstrebt. Ziele sind die Schaffung zeitgemässen Wohnraums für rund 2000 Menschen bis 2040, mehr und bessere Natur- und Freiräume, die Verbesserung der Verkehrssituation und nicht zuletzt zusätzliche Steuereinnahmen.

Weiteres Hochhaus geplant

Bereits im Dezember soll die Gemeindeversammlung über die Bebauung des Zentrums bestimmen, über das seit einem halben Jahrhundert geredet wird. Zudem ist zwischen Hauptstrasse und Birs das private Projekt «Birssteg» hängig, das ein prominentes Hochhaus vorsieht, das mindestens so prominent werden dürfte wie das jetzt genehmigte an der Birseckstrasse.

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