Landratswahlen 2019
«Hoffnung aufgekommen»: Mitte-Parteien spannen im Oberbaselbiet zusammen

Im Oberbaselbiet werden gemeinsame Wahllisten von CVP, GLP, BDP und EVP angestrebt. Letztere schert allerdings bereits aus.

Daniel Ballmer
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«Ich persönlich glaube stark an die Zusammenarbeit.» Brigitte Müller-Kaderli Präsidentin CVP Baselland

«Ich persönlich glaube stark an die Zusammenarbeit.» Brigitte Müller-Kaderli Präsidentin CVP Baselland

Kenneth Nars

Immer wieder haben es die Baselbieter Christdemokraten versucht, immer wieder sind sie gescheitert. Bis heute konnte die CVP im Oberbaselbiet einfach nicht Fuss fassen. Im Gegensatz zu den beiden katholischen Wahlregionen im Unterbaselbiet und im Laufental zählt sie oberhalb von Liestal kaum Parteimitglieder – und ein Landratssitz war bisher meilenweit entfernt. Bei den Wahlen 2015 musste sich die CVP gar die Peinlichkeit leisten,
als einzige Regierungspartei in den drei Wahlkreisen Sissach, Gelterkinden und Waldenburg keine eigene Kandidatenliste stellen zu können.

«Nach jahrzehntelangen Versuchen ist nun aber Hoffnung aufgekommen», sagt CVP-Präsidentin Brigitte Müller-Kaderli zur bz. «Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass wir für die Landratswahlen 2019 mit anderen Mitte-Parteien im Oberbaselbiet gemeinsamen Listen zusammenstellen.» Derzeit liefen gute Gespräche.

Das wird von BDP-Präsident Marc Bürgi bestätigt. Seine Partei hat bei den Wahlen 2015 ein eigentliches Debakel erlebt und gleich drei von vier Landratssitzen verloren. Nun will die Partei wieder Gegensteuer geben. Eine mögliche Zusammenarbeit mit CVP, EVP und Grünliberalen solle denn auch vor allem die politische Mitte stärken. «Wir wollen eine vernünftige bürgerliche Politik», sagt Bürgi. Derzeit aber hätten vor allem die Polparteien Aufwind. Das hätten gerade wieder die Berner Kantonswahlen gezeigt. Gemeinsame Listen aber könnten die Chancen aller Beteiligten verbessern, meint Bürgi.

EVP: «Für uns ist das ein No-Go»

Laut Müller-Kaderli habe die CVP Schweiz eigens verschiedene Berechnungen durchgeführt. Als möglicherweise lohnendes Szenario seien dabei die gemeinsamen Wahllisten herausgekommen – allerdings nur für den oberen Kantonsteil. «Ich persönlich glaube stark an die Zusammenarbeit», sagt Müller-Kaderli.

Zu ganz anderen Schlüssen kommt Martin Geiser: «Die Auswertung der letzten Wahlresultate zeigt, dass gemeinsame Listen für uns ein No-Go sind», erklärt der EVP-Präsident. Gerade im Oberbaselbiet sei seine Partei schon stark. «Wir hatten nie ein Problem, unsere Wahllisten zu füllen.» Eine solche Zusammenarbeit bringe der EVP deshalb gar nichts. «Wir gehen alleine in die Wahlen.» Auch so sei es machbar, die bisher vier Sitze im 90-köpfigen Landrat zu halten. Ziel aber sei es, mit einem zusätzlichen Sitz Fraktionsstärke zu erreichen.

Pläne nicht gefährdet

Von der Absage der EVP lässt sich Müller-Kaderli vorerst nicht aus der Ruhe bringen: «Auch mit nur drei Mitte-Parteien könnten gemeinsame Listen spannend sein», meint sie. Zusätzlich zuversichtlich stimmt sie, dass ihre Partei im Oberbaselbiet einen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen könne. Mit dem Beitritt des Oberdörfer Gemeindepräsidenten Piero Grumelli verzeichnete die Partei gleichzeitig einen Transfercoup. Bereits wird darauf spekuliert, dass er bei den kommenden Landratswahlen eine Liste im Wahlkreis Waldenburg anführen könnte. MüllerKaderli: «Dieses Mal muss es einfach mit Listen im Oberbaselbiet klappen.»

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