Abstimmung
Hohe Stimmbeteiligung und klares Nein - das sagen die beiden Basel zur Durchsetzungsinitiative

Beide Basel lehnen die Durchsetzungsinitiative klar ab, stimmen dem Bau der zweiten Gotthardröhre zu und verwerfen die Initiative gegen die Heiratsstrafe. Nur bei der Spekulationsinitiative sind sich Baselland und Basel-Stadt nicht einig.

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Von den vier nationalen Vorlagen, gab de Durchsetzungsinitiative am meisten zu reden.

Von den vier nationalen Vorlagen, gab de Durchsetzungsinitiative am meisten zu reden.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

DSI in beiden Basel chancenlos

Die Stimmberechtigten in Stadt und Land haben sich überaus deutlich gegen die Durchsetzungsinitiative der SVP ausgesprochen. Die 59,82 % Nein-Stimmen in Baselland entsprachen ungefähr dem schweizerischen Durchschnitt, während die 70,17 % in Basel-Stadt von keinem anderen Kanton übertroffen wurden.

Ja zur zweiten Gotthardröhre

Damit konnte im rot-grünen Basel nicht gerechnet werden: Eine knappe Mehrheit (51,56 %) befürwortet die Gotthardsanierung mittels Bau einer zweiten Tunnelröhre. Im «Autokanton» Baselland votierten 61,19 % für das Milliardenprojekt.

Stadt gegen Spekulanten

Die einzige nationale Vorlage, bei der die beiden Basel am Sonntag gegensätzlich abstimmten, war die Juso-Initiative gegen die Nahrungsmittelspekulation: In der Stadt gabs ein knappes Ja (50,44 %), auf dem Land ein deutliches Nein (59,56 %). Dagegen lehnten beide Basel die CVP-Initiative gegen die Heiratsstrafe ab; die Landschaft mit 50,63 % aber nur knapp (Basel-Stadt 60,51 % Nein).

Dreimal Ja in Basel

Die drei kantonalen Basler Vorlagen stiessen beim Stimmvolk auf hohe Akzeptanz: Die neue Bodeninitiative, die freie Wahl der Sek-Wahlpflichtfächer und die Erweiterung der grossrätlichen Einflussmöglichkeiten erhielten Ja-Stimmen-Anteile zwischen 64 und fast 67 %.

Bürgerliche legen zu

Die Baselbieter SVP darf sich als Gewinnerin der Wahlen in die fünf Einwohnerräte von Allschwil, Binningen, Liestal, Pratteln und Reinach ansehen. Im Vergleich zu 2012 legte die Volkspartei acht Sitze zu. Die FDP gewann sieben Sitze hinzu. Nach langer Zeit wieder einmal auf der Seite der Sieger steht aber auch die SP mit fünf Sitzgewinnen. Düster sieht es hingegen für Kleinparteien in der Mitte wie EVP, GLP und BDP aus. Diese erlitten schmerzhafte Sitzverluste.

Schwerer Stand für Landräte

Ein parlamentarisches Mandat auf kantonaler Ebene garantiert noch keinen Erfolg in Gemeindewahlen: In Reinach wurde der SVP-Bildungspolitiker Paul Wenger nach sieben Jahren als Gemeinderat abgewählt. In Pratteln flog SP-Parteisekretär Ruedi Brassel aus dem Gemeinderat. In Muttenz muss Dominik Straumann, SVP-Fraktionschef im Landrat, bereits wieder den Gemeinderat verlassen. In Gelterkinden verpasste der langjährige SP-Präsident Martin Rüegg die Wahl in den Gemeinderat um 11 Stimmen. In Binningen muss die neu kandidierende Grünen-Landrätin Rahel Bänziger in den zweiten Wahlgang, während alt Landrat Marc Joset als wilder SP-Kandidat bei den Gemeinderatswahlen das schlechteste Resultat aller Kandidierenden einfuhr.

Prominente Neue

Diesem Negativtrend trotzten lediglich SVP-Landrat Urs Hess, der den Einzug in den Prattler Gemeinderat schaffte, und GLP-Landrat Daniel Altermatt, der neu Gemeinderat in Münchenstein wird.

Klatsche für Gemeindepräsident

In mehreren Gemeinden erzielten die Gemeindepräsidenten das Bestresultat. Nicht so in Oberdorf: Dort wurde Ewald Fartek abgewählt. Die Übersicht mit allen gewählten Baselbieter Gemeinderätinen und -räten folgt in der bz von morgen Dienstag. (bos)

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