Kantonsgericht
Hotel Wasserfallenhof darf vorerst nicht ausbauen

Der Wasserfallenhof muss bei seiner Erweiterungsplanung des Seminarhotels zurück auf Feld eins.

Von Patrick Rudin
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Darf nicht ausbauen: Hotel Wasserfallenhof. (Archiv)

Darf nicht ausbauen: Hotel Wasserfallenhof. (Archiv)

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«Hier ist eine Architekturvision fehl am Platz», sagte Kantonsrichter Markus Clausen, und das gesamte Kantonsgericht sah es ebenso: Einstimmig stützten die fünf Richter den Baselbieter Regierungsrat, der die Genehmigung der Zonenvorschriften zuvor verweigert hatte. Für den Wasserfallenhof bedeutet der Entscheid, dass ein Erweiterungsbau vorläufig unmöglich ist. Das Seminarhotel mit heute 34 Betten wollte mehrere Bungalows mit Doppelzimmern westlich der Hotelmauer an bester Aussichtslage bauen. Das bestehende Hotel selbst geniesst Bestandesschutz, doch jegliche Aus- oder gar Neubauten sind in dieser Spezialzone wegen des Landschafts- und Naturschutzes nur eingeschränkt möglich.

Im März 2014 sollte die Gemeindeversammlung von Waldenburg die bisherigen Zonenvorschriften ändern: Kantonale Fachstellen sowie Naturschützer hatten eingeräumt, dass eine Erhöhung der bebauten Fläche von heute 536 auf künftig 636 Quadratmeter denkbar sei. Doch an jener Gemeindeversammlung setzten sich die Betreiber des Wasserfallenhofes mit einem spontanen Antrag durch, die bebaubare Fläche um weitere 400 Quadratmeter auf insgesamt über 1000 Quadratmeter zu erhöhen. Diese Verdoppelung lehnte der Regierungsrat ab, und die Kantonsrichter bekräftigten gestern, diese Erweiterungen seien nicht vereinbar mit dem übergeordneten Recht.

Neue Bungalows brauchen Platz

Die Betreiber betonten gestern zwar, ein solch grosser Ausbau sei mangels Finanzen gar nicht geplant, doch das änderte für das Gericht nichts: Bei einem Verkauf an einen finanzkräftigen Investor könnte dieser die jeweiligen Zonenvorschriften voll ausnutzen. Die Betreiber können nun versuchen, zusammen mit der Gemeinde Waldenburg die ursprünglich vorgesehene Erhöhung um 100 auf 636 Quadratmeter durchzubringen. Ob dies für eine wirtschaftliche Führung des Betriebs reicht, ist unklar: Alleine für die heute noch geplanten fünf zusätzlichen Bungalows waren 150 Quadratmeter vorgesehen.

Die Betreiber sagten gestern, das öffentliche Restaurant hätten sie nach drei Jahren mit roten Zahlen aufgegeben. Eigentlich erlaubt die Spezialzone bereits heute nur eine Gastwirtschaft als öffentlich zugängliches Ausflugsziel. Derzeit steht eine Buvette am Wochenende für Wanderer offen, die Hotelterrasse hingegen ist für die Hotelgäste reserviert. Die Kantonsvertreterin kritisierte gestern, die vorgelagerte Buvette mit Ersatztoiletten ausserhalb des Hotels sei auch von der Gastronomiebewilligung her fraglich.

Vorlage überarbeiten

«Ich bin kein Touristiker, ich bin Naturschützer», entgegnete Tom Käslin vom Wasserfallenhof vor Gericht. «Mein Angebot an den Kanton: Wenn ihr einen öffentlichen Ort wollt, dann könnt ihr das Hotel kaufen. Für drei Millionen könnt ihr es haben», so Käslin. Kantonsrichter Beat Walther zeigte für die Variante mit der Buvette Verständnis: Früher hätte man beim Einkehren in eine Gastwirtschaft etwas zum Trinken bestellt und sich aus dem Rucksack verpflegt. Dies sei heute praktisch nirgendwo mehr möglich, analog könne man dies auch für die Hotelterrasse so sehen. Gerichtspräsidentin Franziska Preiswerk meinte abschliessend, nun müssten die Gemeindebehörden von Waldenburg die Vorlage überarbeiten.