Kriminalstatistik
Im Baselbiet wurde im letzten Jahr schweizweit am meisten eingebrochen

Die Zahl der Einbrüche hat 2012 auch in Baselland zugenommen: 30 Prozent mehr zählte die Polizei gemäss der heute vorgelegten Kriminalitätsstatistik. Sicherheitsdirektor Isaac Reber setzt auf die Aufstockung des Polizeikorps und höhere Aufklärungsquoten.

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Im Kanton Baselland wurde im vergangenen Jahr 1997 Mal eingebrochen. (Symbolbild)

Im Kanton Baselland wurde im vergangenen Jahr 1997 Mal eingebrochen. (Symbolbild)

Polizei Basel-Landschaft

1997 Einbrüche hat die Polizei 2012 im Baselbiet registriert, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Ausserdem machten die Einbrüche 40 Prozent aller Straftaten aus, womit Baselland diesbezüglich Spitzenreiter unter den Kantonen ist: Im landesweiten Durchschnitt betrug der Anteil der Einbrüche an der Gesamtdeliktszahl lediglich 24,7 Prozent.

Problem an den Grenzen

Andererseits blieb die Zahl der Einbrüche von früheren Rekorden - 2623 Fälle etwa im Spitzenjahr 1999 - deutlich entfernt. Pro 1000 Einwohner war zudem die Einbruchsquote im Baselbiet auch 2012 niedriger als im gesamtschweizerischen Durchschnitt, wie es vor den Medien weiter hiess.

Gleichwohl stellte Sicherheitsdirektor Isaac Reber fest: "Wir haben ein echtes Problem derzeit mit dem Anstieg bei den Einbrüchen." Die Zunahme sei hauptsächlich in den Wohngebieten entlang der Landesgrenzen und der Verkehrsachsen erfolgt. Ein Problem sei, wie auch früher schon, die Grenze zu Frankreich.

Martin Grob, Chef der Kriminalpolizei, wies gleichzeitig auf eingeschränkte Möglichkeiten der Polizei hin: zu wenig Ressourcen, administrative Belastung, rechtliche Anforderungen, die ihr bei Inhaftierungen die Hände binden, oder anderes. Die Polizei wolle gegen die Einbrüche vorgehen, brauche aber auch die Mittel dazu; in der derzeitigen Situation sei sie frustriert.

Höhere Aufklärungsquote

Dass schweizweit Polizisten fehlten, hielt auch Reber fest. Baselland stocke sein Korps aber trotz finanzieller Schieflage des Kantons um 15 Stellen auf. Wie Basel-Stadt und der Aargau habe Baselland zudem vom Bund mehr Grenzwachtpersonal verlangt. Wichtig sei auch die Mithilfe der Bevölkerung, die der Polizei Verdächtiges melde.

In einem Rechtsstaat dürfe neben dem Sicherheitsbedürfnis aber auch die Freiheit nicht vergessen werden, die genauso wichtig sei: Die Polizei könne nicht einfach jemanden festnehmen, der in einem Quartier unbekannt ist und mit Handwerkszeug umherläuft.

Bei einer Reihe von Delikten soll indes auch die Aufklärungsquote erhöht und die Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft verbessert werden, wie Reber dies schon früher angekündigt hatte. Gemäss Grob liegt die Aufklärungsquote bei den Einbrüchen im Baselbiet unter dem schweizweiten Mittel.

Weniger Gewaltdelikte

Die Zunahme der Einbrüche ist indes das einzige grössere Problem in der Baselbieter Kriminalstatistik. Zwar stieg deswegen 2012 auch die Gesamtzahl der Straftaten um 8,3 Prozent auf 15'119 Delikte. Doch auf 1000 Einwohner kamen weniger Fälle als im landesweiten Mittel, und in der Nordwestschweiz ist Baselland laut der Polizei der sicherste Kanton.

Bei den meisten Straftaten handelte es sich 2012 um Verstösse gegen das Strafgesetzbuch, wobei knapp drei Viertel Vermögensdelikte und rund fünf Prozent Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz waren. Zurück gingen etwa die Gewaltdelikte und die Jugendkriminalität, während neben den Einbrüchen auch die Diebstähle deutlich zunahmen.