Liestal Air
Im Handstand hüpft Baschi auf die Bühne und «bringt en hei»

Am Liestal Air ist «love in the air», denn die Sängerin und Songschreiberin Meguid «erzählt» die Wahrheit über Liebeslieder. Dies interessiert die Teenager ganz zuvorderst weniger, sie spielen auf ihren Handys - und warten auf Baschi.

Andrea Masek
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Impressionen vom Liestal Air mit Baschi und Tafs

Kenneth Nars

Baschi kommt aber erst in zwei Stunden. Meguid fragt nach der Uhrzeit. Es ist zehn nach sieben. Zehn Minuten später bricht sie das Konzert etwas abrupt ab. Sie entschuldigt sich, sie habe gedacht, sie könne länger spielen. Das Publikum nimmts gelassen, erst nach TAFS werden ein paar Pfiffe laut, weil keine Zugabe drin liegt. Moderatorin Regula Grauwiller bittet um Verständnis, der Zeitplan müsse eingehalten werden, da sonst nicht alle auftreten könnten.

Backstage meint Grauwiller lachend, sie sei nun die Böse, aber bald dürfe sie Baschi ansagen und dann sei die Welt wieder in Ordnung. Der Gelterkinder Star hat es jedoch TAFS zu verdanken, dass nun so richtige Hochstimmung herrscht. Die drei Lokalmatadoren haben mir ihrem Liestaler Rap dem Publikum total eingeheizt. Niemand sitzt bei ihrem Act mehr auf den Bällen, alle halten ihre Hände in die Höhe und fahren auf «44», den Baselbieter Lifestyle, ab - und lassen die Bälle durch die Luft fliegen.

Gekommen, um Baschi zu sehen

Ob es dem 80-jährigen Grossvater von DJ Flink gefällt? Sicher. Andere «ältere Semester» verziehen sich, dafür sind viele Väter-Töchter-Gespanne auszumachen, die sich mit TAFS Zeit nehmen für Action und mit ihnen auf Zeitreise gehen. Noch zehn Minuten, dann ist nach «Hans Zbinden» ein anderer geiler Siech aus Gelterkinden dran. «Ja, ich bin nur gekommen, um Baschi zu sehen», sagt eine Frau. Ihr Begleiter hat sich deshalb sogar in sein bestes Hemd geworfen, wie seine Freunde scherzen.

Der Platz ist nun voll, in den ersten Reihen weibliche Teenies, dann hordenweise junge Männer, gegen hinten eher ältere Zuhörerinnen und Zuhörer. Auf der Bühne mixt Baschi auch neue Songs mit alten, seine neue Welt mit der alten - seine Garderobe befindet sich im KV-Schulhaus, «in dem Zimmer, in dem ich glaube ich Geschichte hatte», erzählt er und singt «Ich ha di nit vergässe» und dann: «Ich sing fürs Volk, ich sing für Lieschtel». Liestal singt seine Liebeslieder mit und will ihn nicht gehen lassen.

Baschi darf Zugaben geben. Im Handstand hüpft er auf die Bühne zurück und «bringt en hei». Er jongliert dazu einen der aufgeblasenen Bälle mit den Füssen und kickt ihn schliesslich ins tobende Publikum. Ein kleiner Junge kann ihn fangen und wird ihn wohl noch lange in Ehren halten.

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