Gemeindewahlen 2020
Immer noch herrscht Flaute im kleinen Bauerndorf Nusshof

Bloss der aktuelle Vizepräsident kandidiert für die Erneuerungswahl.

Simon Tschopp
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Knappe zwei Wochen vor der Gesamterneuerungswahl der Baselbieter Gemeinderäte ist in Nusshof davon noch gar nichts zu spüren. (Archivbild)

Knappe zwei Wochen vor der Gesamterneuerungswahl der Baselbieter Gemeinderäte ist in Nusshof davon noch gar nichts zu spüren. (Archivbild)

bz

So langsam aber sicher wird es ungemütlich. Knappe zwei Wochen vor der Gesamterneuerungswahl der Baselbieter Gemeinderäte ist in Nusshof davon noch gar nichts zu spüren. Mit Niklaus Lang, dem amtierenden Vizepräsidenten, steht derzeit nur eine einzige Bewerbung fest für das dreiköpfige Gremium. Präsident Paul Richener, der seit über zwei Jahrzehnten dem Gemeinderat angehört, und Karin Schweizer, seit 2015 im Rat, treten zum Urnengang vom 9. Februar nicht mehr an.

«Wir warten jetzt einmal den ersten Wahlgang ab»

Lang lässt sich trotz dieser Situation nicht aus der Ruhe bringen. «Ungewiss», sagt der 53-Jährige zwar, «aber wir warten jetzt einmal den ersten Wahlgang ab. Dann sehen wir, ob Leute Stimmen erhalten haben, und überlegen uns danach, was wir tun.» Niklaus Lang ist seit 2013 Mitglied der Nusshöfer Exekutive, deren Vizepräsident er seit gut dreieinhalb Jahren ist. Fühlt er sich alleingelassen? «Nein», entgegnet er. Er wolle seiner Kollegin und seinem Kollegen keinen Vorwurf machen. Der Präsident habe das gut 20 Jahre gemacht, «irgendwann wird man amtsmüde in dieser Funktion. Ich verstehe das».

Zu den bisher ausgebliebenen Bewerbungen von Neuen meint Lang: Es sei nicht so einfach. «In der heutigen Zeit, in welcher der Druck auch in der Wirtschaft so massiv ist, muss man sich gut überlegen, ein Gemeinderatsamt anzunehmen.» Zudem müsse man einen Arbeitgeber haben, der das wolle und auch ermögliche – wie beispielsweise eine Bank oder in seinem Fall die Fachhochschule Nordwestschweiz. Bei dieser ist Niklaus Lang tätig als Bereichsleiter IT-Strategie und Projektmanagement in Windisch. Er glaubt, dass es im Dorf von der Dichte her Leute gebe, die als Kandidierende infrage kämen. Aber viele davon arbeiteten vielleicht in einer besseren Position und erhielten vom Arbeitgeber keine Erlaubnis.

Ob er schon die Zwangsverwaltung durch den Kanton fürchte oder eine Gemeindefusion ein Thema sei, darüber will der Vizepräsident der 260-Seelen-Gemeinde noch nicht öffentlich reden. «Ich habe die Hoffnung, dass wir für den zweiten Wahlgang im März jemanden finden.» Mit dem Entzug der Selbstverwaltung hat 2008 die Nachbargemeinde Hersberg Erfahrungen gemacht, als bisher einzige in der 187-jährigen Geschichte des Kantons Baselland.

Auch andere Ortschaften suchen noch Bewerber

Nicht nur in Nusshof gibts weniger Kandidaturen als Gemeinderatssitze, die zu vergeben sind. Auch in Ramlinsburg fehlen zurzeit noch zwei Bewerbungen. Böckten, Eptingen, Häfelfingen, Hersberg, Oltingen, Ormalingen, Rothenfluh, Tecknau, Schönenbuch und Zeglingen warten ebenfalls weiterhin auf zusätzliche Kandidaturen, um allenfalls einen zweiten Wahlgang abzuwenden. Dieser ist auf 22. März angesetzt.