Aesch
In Aesch treten gleich zwei Gemeinderäte zurück

In der Gemeinde Aesch brodelt es: Auf Ende Jahr treten gleich zwei Gemeinderats-Mitglieder zurück, und dies völlig überraschend. Es sind dies Silvia Büeler von der SP und Ivo Eberle von der CVP.

Joël Hoffmann
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Silvia Büeler und Ivo Eberle treten als Gemeinderäte von Aesch zurück.

Silvia Büeler und Ivo Eberle treten als Gemeinderäte von Aesch zurück.

Töngi/Dürrenberger

Es ist ein Doppelschlag: Zwei Gemeinderäte ziehen sich aus der Politik zurück. SP-Frau Silvia Büeler und CVP-Mann Ivo Eberle wollen nicht mehr dem Gemeinderat angehören. Dies meldete das News-Portal OnlineReports. Eine offizielle Mitteilung der Gemeinde gibt es noch nicht.

Doppelbelastung und Querelen

Gegenüber der bz bestätigte Büeler ihre Demission. Sie wolle neuen Kräften Platz machen. Sie räumt ein, dass das gestörte Verhältnis zur Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) der Hauptgrund für ihren Rückzug sei. «Für Aesch ist es nicht förderlich, wenn persönliche Konflikte im Gemeinderat ausgetragen werden», sagt Büeler.

«Es sind zwei unterschiedliche Weggänge», meint Hollinger. Bei Büeler müsse man den Rücktritt als Reaktion auf ihre Nichtwahl bei der Wahl fürs Gemeindepräsidium interpretieren. Bei Eberle sei es die Doppelbelastung von Amt und Beruf. Die Überlastung gab er denn auch als Rücktrittsgrund an. Hollinger will sich über den Rücktritt ihrer Widersacherin Büeler nicht freuen. Aber: «Ich hätte Herrn Eberle gerne weiterhin im Gemeinderat gehabt, wegen seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit.»

Letzten Dienstag informierte Ivo Eberle den Gemeinderat über seinen Rücktritt. «Ich trete nicht wegen der diversen Querelen im Gemeinderat, sondern aus privaten und gesundheitlichen Gründen zurück», sagt Eberle und bestätigt damit Hollingers Aussagen.

Der Entscheid sei ihm nicht leicht gefallen. «Es hat auch wehgetan, denn ich arbeitete gerne mit der Verwaltung zusammen», so Eberle. Die Querelen rund um die Wahlen hätten zwar die Belastung erhöht, hätten aber nicht den Ausschlag für seinen Rücktritt gegeben. Eberle betont: «Ich bin überzeugt, dass sich die Konflikte legen werden. Es ist ein Zufall, dass Frau Büeler und ich gleichzeitig zurücktreten.» Nach 34 Jahren im Dienst der Gemeinde, als Politiker und als Feuerwehrmann, sei es für ihn genug. Er wird sich aus der aktiven Politik zurückziehen. Das hat auch Büeler vor.

In Aesch wird es trotz Doppelrücktritt keine Ersatzwahl geben. Aesch wählt im Proporz. Somit werden die Erstnachrückenden der SP und der CVP Gemeinderäte. Bei den Linken ist dies Eveline Sprecher, die für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Bei der CVP wäre es der abgewählte Markus Lenherr, der sich im Wahlkampf nicht als Hollingers Freund hervortat.

Lenherr lässt Entscheidung offen

«Ich mache mir keine Gedanken», sagt Lenherr. Ob er wieder Gemeinderat werden will oder nicht, lässt er offen. Aber: «Mir ist bewusst geworden, dass der Druck auf mich als Gemeinderat unverhältnismässig gewesen ist», sagt er. In den Ferien seien er und seine Familie wieder aufgelebt. «Das lass ich mir nicht mehr nehmen», betont er. Priorität hätten seine Familie und sein Beruf.
«Der Gemeinderat ist auf gutem Weg» , sagt Hollinger. «Die letzten paar Sitzungen verliefen gut. Es ist Ruhe eingekehrt.» Mit Lenherr ist wohl Knatsch vorprogrammiert. Lenherr müsse selber entscheiden, ob er wieder Gemeinderat sein wolle oder nicht, sagen Hollinger, Büeler und Eberle unisono.